World Vision - GEV zufrieden mit Entscheid zur Kontenöffnung

Privatkonten der Familie Krones-Taurer werden belegen, dass Spenden für Privatzwecke verwendet wurden

Wien (OTS) - "Wir sind zufrieden, dass das Gericht entschieden
hat, den oberflächlichen Rechtfertigungen der Angeklagten auf den Grund zu gehen", sagt die Geschäftsführerin von World Vision - GEV, Amanda Platzer, anlässlich der Vertagung des Prozesses gegen die Geschäftsführerin des ehemaligen World Vision Vereins in Österreich, Mag. Martina Krones Taurer und den ehemaligen leitenden Angestellten der Organisation, Dr. Wolfgang Krones. "Eine Analyse ihrer Privatkonten kann nur ergeben, dass ihr Lebenswandel aus ihren rechtmäßigen Einkünften nicht finanzierbar war." World Vision hat bereits 1998 die Konsequenzen gezogen und den Verein, für den diese Personen verantwortlich waren, aus dem internationalen Netzwerk ausgeschlossen.

Weiter offen bleibt jedoch die Frage der Rückzahlung der veruntreuten Gelder. "Klar ist aber, dass der entstandene Schaden ohnehin in keinem Fall wieder gut zu machen ist," führt Frau Platzer weiter aus. Auch wenn World Vision International damals für die betreuten Projekte eingesprungen sei, so dass wenigstens für die betroffenen Menschen in den Projekten vor Ort kein zusätzlicher Schaden mehr entstand, sei durch den gewaltigen Imageverlust ein erheblicher Einbruch bei den Spendeneinnahmen zu verzeichnen gewesen. "Wir haben fünf Jahre harter und gewissenhafter Arbeit für den Wiederaufbau der Organisation benötigt, um wieder den Stand von vor 1998 zu erreichen." Der allgemeine Vertrauensverlust gegenüber spendenwerbenden Organisationen, der durch den Missbrauch entstanden sei, sei überhaupt nicht zu beziffern.

Nachdem Mitarbeiter von World Vision 1998 die Veruntreuung von Spendengeldern aufgedeckt und zur Anzeige gebracht hatten, zog die Organisation unmittelbare Konsequenzen. Für den neuen Verein, der damals gegründet wurde, gelten noch strengere Regeln der Transparenz und Kontrolle, die in einem Sechs-Punkte-Programm festgehalten sind. Damit ist die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden garantiert. Die Verleihung des Spendengütesiegels, das World Vision - GEV seit der Einführung 2001 jedes Jahr verliehen bekommt, ist Beleg dafür.

World Vision GEV ist seit Anfang 1999 neuer Partner der internationalen Hilfsorganisation in Österreich. Gegründet wurde der Verein unter anderem vom heutigen Vorstand Mag. Josef Stiegler, der als einfaches Mitglied des alten Vereins den Fall zur Anzeige brachte.

Mit einem Verwaltungsaufwand von 7,47 Prozent, Kosten für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von 3,2 Prozent und einem Aufwand von 10,59 Prozent für die Spendergewinnung kommen fast vier Fünftel (78,5 Prozent) der Spendeneinnahmen von World Vision - GEV direkt den Projekten und den betreuten Kindern zugute (Zahlen aus dem Jahresabschluss 2002).

Rückfragen & Kontakt:

World Vision GEV
Amanda Platzer (Geschäftsführerin)
Tel.: 01/522 14 22-15, Fax: 01/ 522 14 22-80
amanda_platzer@wvi.org

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008