Fachhochschule: SPÖ brachte Entschließungsantrag ein

Bayr und Broukal fordern 10.000 FH-Studienanfängerplätze bis 2008

Wien (SK) Anlässlich der Diskussion der Novelle des Fachhochschulenstudiengesetzes (FHStG) bei der heutigen Plenarsitzung im Parlament am Mittwoch brachte die Sozialdemokratische Fraktion einen Entschließungsantrag zu einer umfassenden Reform dieses wichtigen Bildungsbereiches ein. Fachhochschulen-Projektleiterin Petra Bayr und SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal fordern in diesem Antrag Bundesministerin Gehrer auf, ein Offensiv-Programm für Fachhochschulen zu starten und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass bis 2008 jährlich 10.000 Plätze für StudienanfängerInnen zur Verfügung stehen und dem Nationalrat die erforderlichen gesetzlichen Änderungen unter Berücksichtigung folgender Zielsetzungen und Schwerpunkte vorzulegen. ****

Planung und Koordination: Die Erstellung eines Hochschulrahmenplans zur Koordination der verschiedenen Bereiche der postsekundären Ausbildung in Österreich. Die Praxis der Bedarfsprüfungen soll von ihrer derzeit stark regional beschränkten Ausrichtung auf österreichweite Studien umgestellt werden. Im Rahmen der gesamten Hochschulplanung sollen dabei auch die Weichen gestellt werden, an welchen der verschiedenen Einrichtungen im postsekundären Bereich und in welcher Bildungshöhe die Ausbildung angeboten wird.

Die eingeleitete Umstellung auf das dreigliedrige System soll koordiniert für den gesamten Hochschulbereich erfolgen. Dabei ist darauf Wert zu legen, dass die Bakkalaureatsstudien eine breitflächige Ausbildung anbieten und die Spezialisierung erst in den Magisterstudiengängen einsetzt. Parallelangebote im FH- und Universitätsbereich sind zu vermeiden.

Studentische Mitbestimmung: Die freie, gleiche und demokratische Wahl von VertreterInnen der Studierenden soll auf bundeseinheitlichem, hohem Niveau im ÖH-Gesetz geregelt werden.

Berufspraktika: Ausbildungsmusterverträge für Praxissemester sind bei der Akkreditierung vorzulegen, bei Verlängerung von Studiengängen muss zusätzlich in einem eigenen Kapitel über die bisherigen Erfahrungen mit den Berufspraktika berichtet werden. Die in Ausbildungsmusterverträgen angeführten Aufgabengebiete des Berufspraktikums und deren Anforderungen an den/die Studierende/n müsse ebenso wie die Entlohnung dem Ausbildungsstandard der StudentInnen entsprechen. Ausbildungsziele: der berufliche Tätigkeitsbereich, Qualifikationsprofil, Curriculum und didaktisches Konzept müssen schlüssig beschrieben, allen Beteiligten bekannt und nachvollziehbar dokumentiert sein. Mindeststandards bezüglich der Betreuung müssen seitens der FH formuliert und eingehalten werden (Betreuungspersonen, Zeitaufwand, Ablauf, Einbettung in das Studium, Vorgehen bei Auslandspraktika).

Erhöhung des Frauenanteils im FH-Bereich: Mädchen und Frauen sind schon im Bildungssystem, das einem Fachhochschulstudium voran geht, dazu zu motivieren, "nicht typische" Studiengänge zu beginnen. Fachhochschulstudiengängen, die bei der Ersteinreichung oder der Evaluierung auf Frauengewinnungsprogramme verweisen können, ist bei der Bewilligung von Bundesmitteln der Vorzug zu geben. Studiengänge, die eine sehr ungleiche Geschlechterverteilung zu Ungunsten der Frauen haben, sollen bei der Evaluierung verpflichtet sein, konkrete Maßnahmen bekannt zu geben, wie und in welchem Zeitraum sie den Frauenanteil steigern wollen. Der Erfolg ist bei der nächsten Evaluierung nachzuweisen. Zum anderen ist auch bei den Studienangeboten anzusetzen. Dafür spricht vor allem, dass bei den überwiegend von Burschen und Männern belegten technischen Studienrichtungen das Verhältnis von InteressentInnen zu Studienplätzen "nur" bei 2:1 liegt, im Bereich Tourismus hingegen bei 6:1 und im Bereich Soziales und Gesundheit sogar bei 8:1, was zeigt, dass hier vor allem Frauen als potenzielle Studierende vorhanden wären, nur das Angebot eklatant unterdotiert ist.

FH-Studiengänge für Berufstätige: Finanzielle Anreize für Fachhochschul-Träger, die vermehrt berufsbegleitende Studiengänge anbieten.

Flexiblere Fachhochschul-Studiengänge unter Nutzung neuer Medien, um berufstätigen Studierenden die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie zu erleichtern.

FH-Studienzugang ohne Matura: Mittelfristige Erhöhung der Quote der Studierenden mit atypischem Zugang auf 15 Prozent und eine langfristige Steigerung auf 20 Prozent. Eine Informationsoffensive in den Berufsschulen, Lehrgänge zur Berufsreifeprüfung und Werkmeisterprüfung zu starten, um die Betroffenen nachdrücklich auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, über diese Schiene Zugang zu Hochschulbildung zu erlangen. Etablierung eines Angebots unmittelbar nach der Berufsschule bzw. an diese Lehrgänge, in dessen Rahmen Lehrgangsteilnehmer sich bei Interesse auf die Aufnahmetests vorbereiten können (z.B. Training von Logiktests, Sprachtests, etc.). Die Einrichtung von Förderstrukturen für FH-Studierende mit atypischer Reifeprüfung (Studierende mit Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung, Facheinschlägiger BMS, Lehrabschlussprüfung, Werkmeisterprüfung) durch die FH-Studiengänge, besonders im ersten Studienjahr. Studiengänge müssen breiter über ihr Angebot informieren und dürfen keine potenziellen Studierenden-Gruppen durch Defizite in ihrer Informationsarbeit benachteiligen. (Schluss) cs/mm

Das gesamte Papier zur SPÖ-Offensive "Fachhochschulen" ist unter www.spoe.at im Pressebereich abrufbar.

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