CoachingKongress03: Zukunft der Branche - Branche der Zukunft

zufriedene TeilnehmerInnen und ReferentInnen beim ersten CoachingKongress in Wiesbaden

Mödling (OTS) - Am 7. + 8. November fand erstmals der CoachingKongress 2003 in Wiesbaden statt. Veranstaltet wurde der Kongress vom Österreichischen Dachverband für Coaching (ACC), der deutschen Interessensgemeinschaft Coaching (ICG) und der Sektion Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (ABO) im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Rund 280 TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter 60 ReferentInnen, widmeten sich an diesen beiden Tagen dem Thema "Zukunft der Branche - Branche der Zukunft". In 47 Vorträgen und Workshops und fünf Round Table-Diskussionen bzw. Plenarveranstaltungen trafen sich Coaching-Anbieter und -Einkäufer bzw. -Nachfrager zum Wissens-, Erfahrungs- und Informationsaustausch. Als zentrales Ergebnis der Diskussionen lässt sich festhalten, dass es klare Bedürfnisse und Forderungen nach Differenzierungen, Standards und Abgrenzung des Berufsfelds von beiden Seiten des Marktes gibt. Entscheider wollen Orientierung, und Anbieter kommen dem mit einer Profilentwicklung entgegen. Dass es wichtig sein wird, die Profession Coaching von anderen Berufsfelder klar abzugrenzen, ist dabei die eine Seite, doch langfristig - auch das zeichnet sich ab - wird eine "Organisation der Kooperation" unverzichtbar sein.

"Wenn selbst hochrangige Professoren und Wissenschaftler und alt eingesessene Hasen der Coaching-Branche berichten, sie hätten hier noch Neues gelernt, dann kann diese Veranstaltung nur als erfolgreich bezeichnet werden", freut sich Mag. Michael Tomaschek, Mitinitiator des ersten CoachingKongresses und Obmann des Österreichischen Coaching-Dachverbands. Zufrieden zeigt sich auch der Kongressorganisator Mario Schmitz-Buhl von der Sektion ABO-Psychologie: "Wir waren bereits zwei Wochen vor Anmeldeschluss völlig ausgebucht. Das zeigt uns, dass die Fragestellung nach der Zukunft der Coaching-Branche für viele in den Vordergrund drängt". Christopher Rauen von der IGC zum Kongress: "Eine Versammlung von derart viel Coaching-Kompetenz aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat es in dieser Form bisher nicht gegeben. Gerade auch die lobende Rückmeldungen von Coaching-Pionieren zeigt, auf welchem hohen Niveau der Kongress den gemeinsamen Erwartungen gerecht werden konnte".

Auch Dr. Werner Vogelauer, Referent zum Thema "Gruppen-, Team- und Corporate Coaching" zeigt sich erfreut über die Arbeit aller ReferentInnen am Kongress: "Der Kongress bot für zwei Tage eine Plattform für sehr professionellen Austausch unter erfahrenen KollegInnen. Knapp 300 Teilnehmerinnen konnten die gesamte Bandbreite von Coaching hautnah erleben, erfahren und diskutieren".

Prof. Kurt Buchinger (Universität Kassel) resümiert in seinen Beitrag über "Zukunft von Supervision und Coaching: "Je mehr die Professionen sich ausdifferenzieren, desto mehr hat man eine individuelle, professionelle Identität. Ab einen bestimmten Punkt der Ausgrenzung wird das Gegenteil nötig: nicht nur die Abgrenzung, sondern auch die Kooperation. Und hier stehen wir vor einem Paradigmenwechsel nämlich: Organisation sticht Profession. Die Organisation von professioneller Kooperation sticht die primäre Professionalität." Prof. Buchinger illustriert diese Aussage am Beispiel der Chirurgen, die nur durch die Kooperation mit Pathologen und Anästhesisten professionelle Arbeit leisten können.
Dorothee Echter (Top Executive Coach) geht mit ihrem Beitrag der Frage nach der Bedeutung und Besonderheit von Coaching im Top Management nach. Ihr Resümee: "Wir als Top-Management-Coachs müssen die Regeln des Top-Managements kennen. In dem Moment, wo wir akzeptieren, dass auch Managerinnen und Manager an der Spitze emotionale Wesen sind, ist ja schon die halbe Arbeit getan. Denn diese Leute sind ja nicht besonders emotionslos, sie haben nur gelernt, die Emotionen besonders zu verdrängen. Deshalb kommen die an anderer Stelle wieder hoch."

Mit dem Thema "Coaching von Mächtigen" beschäftigte sich auch Klaus Eidenschink aus München, der in sehr humorvoller Weise über "Narren, Alleskönner, Mütter und Reviertiere - einige Besonderheiten im Coaching des oberen Management" referierte. Er beschreibt vier Fälle von "Gefährdungen" im Top-Management:

  • Es wird immer schwieriger, interne Selbstwertregulation aufrecht zu erhalten, weil die äußere Belohnung so immens ist.
  • Verlust von Schuldgefühlen.
  • Verlust von Scham.
  • Verlust von Werten.

Sein Resümee: "Kernkompetenzen eines Coachs für Top-Manager sind eine Integration scheinbarer Gegensätze wie Direktheit und Behutsamkeit, Tempo und Entschleunigung, Vertrauen und Distanz!" Für die eigene Psychohygiene ist die Ausbildung von Demut in Hinblick auf die eigene Wichtigkeit von großem Vorteil".

Einen Überblick über die vorliegende Konzepte im Coaching gibt Prof. Harald Geißler (Universität der Bundeswehr, Hamburg), der sich mit den grundlegenden Dimensionen von Coaching beschäftigt? Geißler:
"Merkmal von Coaching ist es, Klienten zu beraten hinsichtlich ihres Umgangs mit Menschen und Aufgaben und hinsichtlich des Umgangs mit sich selbst. Was das Coaching ausmacht, ist die Arbeit an Problemen, die im Einzelnen unterschiedlich gestaltet sind. Es geht um ein Spannungsfeld zwischen dem, was der Klient will und soll oder muss, und um das Spannungsfeld, das ich als Korridor der Möglichkeiten bezeichnen möchte: was der Klient darf oder kann." Weiters beschreibt Prof. Geißler ausführlich und gut verständlich Rahmenkonzeptionen, Quellen und Grundlagen des Coachings (Psychologie, Philosophie, Managementwissenschaften, Pädagogik).

Der erste Kongresstag schließt mit einem Round Table zum Thema:
"Welche fachlichen und ethischen Standards müssen professionelle Coaching beachten?" Fragestellungen in der Diskussion:

  • Welche Werte können wir verbindlich für alle setzen?
  • Wie sichern wir auf individueller Ebene die Standards und wie global?
  • Woran können sich Coaching-Einkäufer orientieren?

Mag. Michael Tomaschek (ACC): "Eigentlich mutet es äußerst unprofessionell an, dass Anbieter nicht diese Dienstleistung erbringen, nämlich den Kunden zu servicieren und im Auge zu behalten, sondern der Kunde Qualität und Grundregeln und ethische Fragen problematisieren und definieren muss. Das betrachte ich als Handlungsaufforderung an uns".

Dr. Ulrike Wolff (Dr. Wolff ManagementBeratung, Berlin):
"Diejenigen, die Coaching in Anspruch nehmen, die sich von der Methode und von der Begleitung etwas erhoffen, sollten von uns ein stärkeres Sprachrohr bekommen, das auszudrücken, was ihnen wirklich wichtig ist. Nicht so sehr ethische Fragen betreffend, sondern zu formulieren, 'was hinten raus kommen' soll. Wir Coachs sollten viel stärker in den Dialog mit den Abnehmern unserer Leistung treten und deren Erwartungen als Standards aufnehmen".
Prof. Dr. Ferdinand Buer (Universität Münster): "Für mich sind noch viele Fragen offen. Auf der einen Seite kann ich gut nachvollziehen dass es wichtig ist, individuell Standards und moralische Kriterien zu haben und diese den Kunden zu vermitteln. Auf der anderen Seite halte ich es für notwendig, dass - wenn Coaching eine echte Profession bleibt oder in die Richtung gehen will - Standards formuliert, diese wissenschaftlich fundiert und begründet werden müssen und der Markt damit konfrontiert wird. Wir müssen eine eigenständige autonome Position vertreten."

Dr. Walter Spreckelmeyer (CA Coaching Academy, Hannover):
"Unternehmen sollten bei der Auswahl der Coaches darauf achten, inwieweit der Coach in der Lage ist, den Coaching-Nehmern Unterstützung zu geben in der Orientierung hin auf vertretbare Leistung und verantwortungsvolle Entscheidungen."

Im Rahmen der Diskussion "Zukünftige Entwicklungen von Methoden und Forschung im Coaching" sitzen langjährig am Markt tätige Coachs wie Eberhard Hauser, Dr. Werner Vogelauer, Prof. Dr. Siegfried Greif und Christopher Rauen am Podium. Offenbar ist es schwieriger, Qualität einfach zu behaupten und vorauszusetzen, als über sie zu kommunizieren und sie nachzuweisen, resümierte Thomas Webers, Moderator des Podiums, das Ergebnis der angeregten Diskussion. Ziel von Coaching, da waren sich die Teilnehmer des Podiums einig, müsse sein, die Möglichkeiten zu denken und zu handeln für Klienten zu erhöhen. Das sei zumeist ein sehr individueller Prozess, in dem sich anfängliche Ziele oder Kriterien verändern könnten.

Seitens der TeilnehmerInnen könnten nun viele zufriedene Kongressbesucher zitiert werden. Als repräsentatives Statement sei hier noch Mag. Marion Schadler (Hernstein) erwähnt: "Ich betrachte den Kongress als sehr engagierten und informativen Startschuss von professionellen Coachs, die Methode Coaching so zu klären, dass auch Kunden wissen, was sich dahinter verbirgt. Wichtig erscheint mir nun, das Feld weiter aufzubereiten, Spielregeln zu vereinbaren und darauf zu achten, dass diejenigen, die neu einsteigen, Klarheit finden können. Wichtig erscheint mir ebenfalls, nicht in der Innenschau zu verbleiben, sondern mit verwandten und angeschlossenen Berufsfeldern Gespräche zu führen."

Der nächste CoachingKongress ist für November 2005 geplant.

Weitere Artikel zum CoachingKongress finden Sie auf http://www.coachingkongress.de im Bereich Presse (ab Ende November). Fotos zum Kongress sind ebenfalls zum honorarfreien Download im Pressebereich bereitgestellt.

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