BUCHPRÄSENTATION UND LESUNG AUS WERKEN VON FRANZ-JOSEPH HUAINIGG IM PARLAMENT

Molterer: "Bücher sind Ausdruck des Weges, den Franz-Joseph Huainigg fährt"

Wien, 12. November 2003 (ÖVP-PK) Einen kurzweiligen und tiefgehenden Abend gab es gestern, Dienstag, im Parlament:
ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg präsentierte seine drei Bücher "Meine Füße sind der Rollstuhl", "Ritter haben leicht lachen" und "Muss es denn gleich Liebe sein", in denen der ÖVP-Mandatar, Autor und "Krüppelkabarettist" (Eigendefinition) sich in humorvoller Weise mit dem Thema Behinderung auseinandersetzt. Zu diesem "besonderen Abend" begrüßte ÖVP-Klubobmann Mag. Wilhelm Molterer viele Gäste, unter ihnen Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol, die Minister Dr. Martin Bartenstein, Maria Rauch-Kallat und Dr. Ernst Strasser, Kunst-Staatssekretär Franz Morak, dem im Rahmen der Veranstaltung auch eine "lesende Rolle" zukam, stellvertretend für die vielen Abgeordneten die Grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr und natürlich allen voran Franz-Joseph Huainigg selbst mit seiner Frau Judit und Tochter Katharina. ****

"Es ist eine tolle Sache, mit Huainigg zu arbeiten und für uns alle eine besondere Erfahrung - auch wir im ÖVP-Parlamentsklub lernen mussten, mit Huainiggs Behinderung umzugehen", gab Molterer zu und erzählte von einer exemplarischen Begebenheit: vor zwei Wochen habe der ÖVP-Klub die Klubklausur in St. Wolfgang abgehalten. "Wir wollten alle gemeinsam fahren - natürlich auch mit Franz-Joseph Huainigg in seinem Rollstuhl. Aber bei den ÖBB gibt es keinen entsprechenden Zug dafür. Dann fanden wir ein Busunternehmen, das rollstuhlgerechte Busse führt - Aufschrift ‚Rolly tours’. So konnten wir doch noch gemeinsam nach St. Wolfgang fahren."

Molterer dankte Huainigg für seinen Mut und seine Bereitschaft, das Mandat als Abgeordneter der ÖVP im Nationalrat anzunehmen. "Ich habe großen Respekt vor dieser für Franz-Josef sicherlich nicht leichten Entscheidung." Huainigg habe sich mit großer Selbstverständlichkeit in die Arbeit des Klubs eingebracht, sei ein respektiertes und gleichberechtigtes Mitglied und leiste fruchtbare Arbeit mit Erfolg und konkreten Ergebnissen, verwies der ÖVP-Klubobmann beispielhaft auf die Behindertenassistenz, die im Wachstumspaket der Bundesregierung enthalten sei.

Die Bücher Huainiggs, die im Rahmen des Abends vorgestellt wurden, seien "Ausdruck des Weges, den Franz-Joseph Huainigg fährt", sagte Molterer weiter. "Du bist ein Mensch in Vielfalt, vor dem wir Hochachtung haben. Ich wünsche allen, die auf zwei Beinen gehen, jene Lebensfreude und jenen Optimismus, den Franz-Joseph Huainigg hat."

AUSEINANDERSETZUNG MIT BEHINDERUNG

In der Folge übernahm Huainigg selbst das Mikrophon. Er fühle sich im Parlament und im Klub gut aufgehoben und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit, so der ÖVP-Behindertensprecher.

Sichtlich berührt und schmunzelnd lauschten die zahlreichen Gäste, als Huainigg aus seinem Leben berichtete. Huainigg verwies auf viele Lesungen, die er mit seinem ersten Buch "Meine Füße sind der Rollstuhl" in Schulen gemacht habe. Er habe mit den Kindern diskutiert und versucht, ihnen die Angst vor dem Rollstuhl zu nehmen und zu vermitteln, dass es etwas Tolles ist, "herumfahren" zu können. Vielleicht habe er, Huainigg, auch manchmal übertrieben, wies er darauf hin, dass sich ein Mädchen danach zu Weihnachten sogar einen Rollstuhl wünschte. Huainigg erzählte auch von skurrilen und kabarettreifen Situationen in seinem Leben, so beispielsweise, als sein Auto an der Kreuzung seinen Geist aufgab und man dieses schließlich - samt Fahrer Huainigg - abschleppte.

Aus den Texten lasen Staatssekretär Franz Morak und Huainiggs Freund und Weggefährte Heinz Janisch, der das Buch "Meine Füße sind der Rollstuhl" als einen "Klassiker zum Thema Behinderung" bezeichnet.

Das zweite Buch "Ritter haben leicht lachen - Erinnerungen an die Kindheit" ist entstanden, als der damals neunjährige Huainigg im Rehabilitationszentrum mit Schienen ausgestattet wurde und gehen lernte. Damals habe er, Huainigg, - zwar wackelig, aber aufrecht -vor dem Spiegel gestanden und befunden: "eigentlich ein richtiger Ritter" und darüber lachen müssen.

Das dritte Buch "Muss es denn gleich Liebe sein?" präsentierte Huainigg gemeinsam mit seiner Frau Judit Marte. In diesem Buch erzählt Huainigg die Geschichte rund um seine Liebe zu Judit und von ihrer außergewöhnlichen Hochzeit, bei der die Braut mit Rollerblades angefahren kam.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von dem blinden Akkordeonkünstler Otto Lechner.
(Schluss)

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