"Universum" im ORF: Die unbekannten Seiten der Adria

"Geheimnisvolle Adria" am 13. November um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - "Unser Ziel war es, die unbekannten Seiten der Adria aufzuspüren. Gerade weil sie uns ja als das Hausmeer der Österreicher so vertraut ist, haben wir nach neuen Perspektiven gesucht. Gefunden haben wir in den zwei Jahren Drehzeit zum Beispiel eine geheimnisvolle Insel, an der schon vor 6.000 Jahren die ersten Menschen an Land gingen, riesige Vogelparadiese hinter den Sandstränden von Lignano und Jesolo oder unerwartete Zeugen eines jahrhundertelangen Kampfes mit dem Wasser", erzählt Regisseur und Hauptkameramann Michael Schlamberger von den Dreharbeiten zur ORF-"Universum"-Dokumentation "Geheimnisvolle Adria", die am Donnerstag, dem 13. November, um 20.15 Uhr in Stereo und im Format 16:9 in ORF 2 zu sehen ist.

Kultureller Reichtum verbindet sich mit einer einzigartigen Naturkulisse

Die Adria war lange Zeit die einzige Verbindung Mitteleuropas zum Orient, sodass dieses kleine Meer zum Symbol für die große Welt mit all ihrer Exotik wurde und die Stadt Venedig sich "Königin der Weltmeere" nennen konnte. An den Küsten der Adria liegt kultureller Reichtum eingebettet in eine Naturkulisse wie in keiner anderen Gegend der Welt. Natur ist hier untrennbar auch mit Kultur verbunden:
Ob 1.500 Weißkopfmöwenpaare den ältesten bemannten Leuchtturm der Adria auf der Insel Palagruza umschwirren, sich wie in den Sodaseen Ostafrikas Scharen von Flamingos in den Salinen Istriens tummeln oder Griechische Landschildkröten die Wein- und Olivenhaine Dalmatiens für sich erobern - wilde Natur ist hier nie weit von Kultur entfernt. Die Schauplätze dieser "Universum"-Dokumentation sind die eindrucksvollsten Küstenstriche und Gewässer in mehreren Ländern -die Lagunenlandschaft im Nordwesten ebenso wie die von schroffen Felsen gesäumte dalmatinische Steilküste im Osten.

Dreharbeiten unter Wasser mit mehr als 100 Kilo Ausrüstung pro Mann

Die Dreharbeiten unter Wasser waren relativ aufwendig, weil man in der Adria sehr tief tauchen muss, um an die schönsten und interessantesten Stellen zu gelangen. "Wir hatten jeder mehr als 100 Kilogramm Ausrüstung, da wir wegen der großen Tiefen neben den Kameras noch viel Licht mitnehmen mussten. Wenn die Strömung noch dazu extrem stark war, mussten wir uns dann beim Filmen irgendwie an den Felsen anklammern, um nicht fortgerissen zu werden", berichtet Schlamberger. "Oft mussten sich noch zusätzlich zwei Personen auf Kameramann und Beleuchter drauflegen, um die Position zu halten und nicht wackelige Aufnahmen zu erhalten."

Indische Goldstaubmanguste löste Ratten- und Schlangenproblem in Dalmatien

Gar nicht harmlose Reptilien haben sich in den Plantagen niedergelassen: Sandvipern. Für die wechselwarmen Tiere ist die steinige Landschaft paradiesisch. Auf den Felsen können sie Energie tanken, bis sie sich ausreichend erwärmt haben, um auf Jagd zu gehen. Um ihnen und den allgegenwärtigen Wanderratten zu Leibe zu rücken, importierte der Mensch Anfang des 20. Jahrhunderts eine Geheimwaffe nach Dalmatien, die das Ratten- und Schlangenproblem auf einen Schlag lösen sollte: die Indische Goldstaubmanguste. Sie hatte durch das Duell zwischen dem Mungo Rikki-Tikki-Tavi und der Kobra in Rudyard Kiplings "Dschungelbuch" Berühmtheit erlangt und sollte nun den Menschen von den Giftschlangen befreien. Doch die Mangusten ließen sich auf Dauer nicht nur mit Schlangen abspeisen. Sie fanden im Lauf der Zeit einen Futtertrog, der schon eher nach ihrem Geschmack war -Müllplätze. Auf den Deponien konnten sich die Mungos explosionsartig vermehren und sind wie viele vermeintliche Schädlingsbekämpfer selbst zur Plage geworden. Sie fressen alles, was sie überwältigen können, und ihnen ist es auch zu verdanken, dass einige endemische Arten gänzlich ausgerottet sind. Ausschließlich am Tag aktiv, konnten die Mangusten einem Tier jedoch nie etwas anhaben: der nachtaktiven Wanderratte, die sich dank dem verringerten Schlangenbestand ebenfalls ungehindert vermehren konnte.

Bestialischer Gestank und Millionen Fliegen beim Dreh auf der Müllhalde

Um diese Szenen zu bekommen, musste das Drehteam eineinhalb Wochen in der brütenden Hitze des Ausnahmesommers 2003 ausharren, denn die sonst aktiven Mungos verkrochen sich wegen der extremen Temperaturen tief in den Schatten der Müllhalde. "Am schlimmsten waren der bestialische Gestank zu ertragen und die Millionen Fliegen, die unsere Köpfe umschwirrten", klagt Schlamberger über die Drehbedingungen. "Wir mussten unsere Gesichter komplett verhüllen. Bereits am Vormittag hatte es 40 Grad im Schatten, aber wir standen in der Sonne, und das in Sichtweite eines verlockenden Strandes!"

"Geheimnisvolle Adria" ist eine Koproduktion von ORF, Docstar, ScienceVision und BR.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003