Tourismus begrüßt Saisonier-Kontingent und weist Vorwürfe zurück

Schenner: Kollektivvertragliche Mindestgehälter gelten selbstverständlich auch für Saisoniers

Wien (PWK783) - Die Tourismuswirtschaft begrüßt die rechtzeitige Freigabe eines Saisonier-Kontingents durch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Nachdem bereits vor zwei Wochen ein Kontingent für die Gletscherskigebiete genehmigt worden war, wird mit dem heute verordneten Kontingent die Grundlage dafür gelegt, dass die Betriebe zeitgerecht den Winterbetrieb aufnehmen können.

Die heute, Montag, für die einzelnen Bundesländer freigegebenen Kontingente entsprechen dem vom Arbeitsmarktservice objektiv erhobenen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften. Sie beruhen auf Sozialpartnereinigungen in den Ländern, d.h. auch die Arbeitnehmervertreter (Arbeiterkammer, Gewerkschaft) haben den einzelnen Kontingenten der Höhe nach zugestimmt. Völlig unverständlich findet deshalb der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, die heute von AK-Präsident Herbert Tumpel geäußerte Kritik an der Saisonier-Einigung. Schenner verweist insbesondere darauf , dass das freigegebene Kontingent der Höhe nach unter jenem des Vorjahres (2002/03: 9.220, 2003/04: 8.000 plus 932 Gletscherkontingent) liegt.

"AK-Präsident Tumpel kann, entgegen seinen heute geäußerten Befürchtungen, durchaus sicher sein, dass der gesetzliche Höchstrahmen von 8.000 beschäftigten Saisoniers im Jahresdurchschnitt eingehalten wird. Es findet ein Ausgleich in den Zwischensaisonen statt, in denen bekanntlich nur wenige Saisonarbeitskräfte beschäftigt werden", erklärt Schenner.

Gerade der Tourismus hat sich in den letzten Jahren durch ein stetiges Beschäftigungswachstum ausgezeichnet (durchschnittlich 1,4 Prozent p.a., gegenüber 0,6 Prozent in der Gesamtwirtschaft). Was die Arbeitslosenzahlen betrifft, blieb auch der Tourismus nicht von einer Zunahme verschont, doch liegt er auch hier um einiges besser als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung (plus 7,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2002, gegenüber 14 Prozent in der Gesamtwirtschaft).

Zum Vorwurf der Dumping-Bezahlung stellt Schenner richtig, dass die kollektivvertraglichen Mindestgehälter selbstverständlich auch für Saisoniers Anwendung finden: "Hier gibt es keine Unterschiede". Den von Präsident Tumpel behaupteten Verdrängungswettbewerb unter ausländischen Mitarbeitern sieht Schenner ebenfalls nicht. Allein schon auf Grund der bestehenden gesetzlichen Regelungen, die bereits im Land befindliche Ausländer bevorzugen, greifen die Tourismusbetriebe, wenn immer möglich, auf solche schon länger in Österreich lebenden Mitarbeiter zurück. (hp)

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