Lunacek: OMV darf Ölforderung in Ecuador nicht beginnen

Verschärfung des Konfliktes um Ölförderung im Regenwald-Gebiet droht

Wien (OTS) "Keine OMV-Ölförderung in Ecuador," fordert die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, anlässlich des für heute 17.00 Uhr angesetzten Gedenkmarsches für den ermordeten ecuadorianischen Menschenrechtsaktivisten Angel Shingre. Shingre hat sich mit großem Mut für die Rechte der indigenen Bevölkerung gegenüber den Ölmultis eingesetzt, die in den Regenwaldgebieten Ecuadors tätig sind. Am 4. November ist er in der im Zentrum des ecuadorianischen Ölfördergebietes gelegenen Stadt Coca auf offener Straße erschossen worden.

Die OMV überlegt derzeit eine Beteiligung in dieser Region. Zu diesem Zweck wurde eine Delegation nach Ecuador entsendet, um Umwelt- und Sozialauswirkungen einer möglichen OMV-Beteiligung zu überprüfen. "Es ist zu begrüßen, dass die OMV vor einem möglichen Engagement in Ecuador die Situation vor Ort genau prüfen will," so Lunacek. "Ich hoffe, dass die kaltblütige Ermordung Shingres der Leitung der OMV die Augen öffnen wird, denn die Konflikte werden sich in den Ölfördergebieten noch verschärfen. Der Einstieg in die Ölförderung in diesem Gebiet wäre auch nicht im Sinne des Verhaltenskodex für ‚Corporate Social Responsibility’, den sich der Konzern erst vor kurzem gegeben hat. Nicht nur der Regenwald, sondern auch der Lebensraum der dort ansässigen indigenen Bevölkerung wird von den bisher dort tätigen Erdölkonzernen rücksichtslos zerstört", weist Lunacek auf die Abholzung des Regenwaldes und die Verseuchung des Grundwassers durch Pipeline-Brüche hin.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen hofft abschließend, "dass die Unternehmensleitung der OMV bereit sein wird, ihren Prüfbericht zu veröffentlichen und so der interessierten Öffentlichkeit kundzutun, aus welchen Gründen sie welche Entscheidung getroffen hat".

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