Wiener Gebietskrankenkasse hält Vertragskündigung aufrecht

Ärztekammer präsentiert Vorschlag zur Eindämmung der Medikamentenkosten

Wien (OTS) - Die Vorstellungen zwischen Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse klaffen weiterhin weit auseinander. Bei der heute stattfindenden zweiten Verhandlungsrunde kam es bislang in Bezug auf die Streichung von 200 Kassenplanstellen und der Deckelung zu keiner Einigung. Einzig beim Thema der Medikamente gab es eine erste Annäherung. Das gab Verhandlungsführer und Ärztekammer-Vizepräsident Dr. Johannes Steinhart nach einigen Stunden der Verhandlungen bekannt. ****

Steinhart zeigt sich aber weiterhin pessimistisch zum Fortgang der Verhandlungen: "Unsere Standpunkte divergieren immer weiter auseinander. Wir haben uns bemüht, der Kasse verständlich zu machen, dass Wien andere Bedürfnisse in Bezug auf die Gesundheitsversorgung hat. Die Kasse beharrt jedoch weiterhin auf der Streichung von 200 Kassenplanstellen und auf der Deckelung, bei der die Ärzteschaft in ein Sklavenverhältnis zur Gebietskrankenkasse getrieben werden würde." Hinzu komme das Problem der explodierenden Medikamentenkosten, das die Ärztekammer bereits vor zwei Jahren thematisiert habe. Von der Kasse wurde diese Thema jedoch kontinuierlich ignoriert, so Steinhart.

Medikamentenkosten steigen weiter

Ein drastisches Problem im österreichischen Gesundheitswesen sind die Medikamentenkosten. In den letzten Jahren stiegen diese durchschnittlich um 8 Prozent. Eine Senkung ist derzeit nicht in Sicht. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, der pharmazeutische Großhandel und die Apotheker wollten die Spannen der Medikamente auf EU-Niveau senken.

Die Wiener Ärztekammer präsentierte in der zweiten Verhandlungsrunde eine Lösung, wie die Medikamentenkosten in den Griff zu bekommen sind, ohne zu rationieren. Steinhart: "Kasse und Hauptverband sollen eine Liste herausgeben, in der die zwei günstigsten Medikamente eines Wirkstoffbereichs bestimmt werden, die auch von der Kasse bezahlt werden." Dadurch entstünden ein Einkaufsmonopol und eine marktbedingte Kostenreduktion für den Hauptverband sowie eine deutliche Verbesserung der Budgetlage für die Sozialversicherung.

Steinhart: "Die Ärztinnen und Ärzte wollen Belastung für die Patienten auf jeden Fall verhindern. Der Hauptverband und die Gebietskrankenkasse haben unseren Vorschlag aufgenommen und wollen im Detail darüber diskutieren, wie die Liste umgesetzt werden kann."

Dem Vorschlag der Ärztekammer liegt ein Rechtsgutachten von Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci zugrunde. Das Gutachten beinhaltet den Vorschlag einer Liste, die eine Senkung der bisher explodierenden Kosten im Bereich der Medikamente verspricht. (bb)

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