Sallmutter bei Dallinger Symposium: Regierung fehlt jeder visionäre Ansatz

Neoliberalismus stellt Logik des Marktes über humanitäre Werte

Wien (GPA). "Der Regierung fehlt in der Bildungspolitik jeder visionäre Ansatz. Durch die restriktive Budgetpolitik werden Errungenschaften des öffentlichen Bildungssystems heute wieder in Frage gestellt. Insbesondere in den Bereichen der beruflichen Weiterbildung und der Lehrlingsausbildung fehlen die angesichts der prekären Arbeitsmarktsituation dringlichen Impulse", so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, bei der Eröffnung des Alfred Dallinger-Symposiums in Wien.++++

Sallmutter warnte aber auch davor, Bildung ausschließlich unter dem Aspekt der Finanzierung zu betrachten. "Wir brauchen angesichts aktueller Probleme wie Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und Kriege auch eine Hinwendung zu den Bildungsinhalten. Ich halte angesichts der drängenden gesellschaftlichen Probleme eine Wertedebatte für dringend erforderlich. Man bekommt in dieser Welt des entfesselten Radikalkapitalismus oft den Eindruck, junge Menschen sind nur noch als potenzielle Konsumenten und Produktionsfaktoren für die Wirtschaft von Interesse. Es ist die Ideologie des Neoliberalismus und die Partei der Werteverfechterin Elisabeth Gehrer, die die Logik des Marktes über humanitäre Werte stellt. Hier kommt der Politik und im Besonderen den Bildungsinstitutionen eine besondere Bedeutung zu, nämlich die Menschen in die Lage zu versetzen, die drängenden Probleme der Gesellschaft zu lösen", so der GPA-Vorsitzende.

"Bildung ist der Motor des gesellschaftlichen Fortschritts - diese Worte Alfred Dallingers sollten wir uns heute wieder zu Herzen nehmen. Dieser Fortschritt darf jedoch keiner sein, der sich in Form von Zerstörung und Krieg gegen die Menschen richtet - er muss einer sein, der die Entwicklung zum Menschsein fördert und mehr Humanität in die Welt bringt. Das bleibt die große Herausforderung und Aufgabe für die Bildung auch in einer veränderten Welt", so Sallmutter abschließend.

ÖGB, 10. November 2003
Nr. 926

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