Frauen in Oberösterreich: großer Wunsch nach ganztägig geführten Schulen

Linz (OTS) - Stark ausgeprägt ist in Oberösterreich der Wunsch nach ganztägig geführten Schulen. Das ergab eine von der AK Oberösterreich in Auftrag gegebene Studie des Instituts für Berufs-und Erwachsenenbildung an der Uni Linz (IBE). Die Befragten - zu 90 Prozent Frauen - wollen für Ihre Kinder aber mehr als nur Beaufsichtigung am Nachmittag.

Das IBE hat 400 Eltern von Schulanfängern befragt. 41 Prozent der Befragten wünschen sich für ihr Kind eine ganztägig geführte Schule, wobei die qualitativen Ansprüche an eine derartige Einrichtung hoch sind.

Die AK Oberösterreich hat aus einer Fülle von Praxisbeispielen gemeinsam mit Experten Qualitätskriterien für ganztägig geführte Schulen entwickelt. Diesen Qualitätskriterien stimmten die befragten Eltern in erstaunlich hohem Ausmaß zu.

Folgende Qualitätskriterien sind den Eltern sehr und eher wichtig:
gut ausgebildetes Personal (99,7 Prozent), individuelle Fördermaßnahmen (98,7 Prozent), Freizeitangebote (96,9 Prozent), soziales Lernen (95,3 Prozent), Begabtenförderung (95,7 Prozent) sowie ein warmes Mittagessen (90,1 Prozent).

Rund 41 Prozent der Eltern können sich vorstellen, ihre Kinder in eine solche Volksschule zu schicken. In Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern würden sogar 56,5 Prozent der Eltern ihr Kind in eine ihren Wünschen entsprechende ganztägige Volksschule schicken. Ganztagsschulen wären aber auch auf dem Land gefragt: Mehr als 37 Prozent der befragten Eltern in Gemeinden bis 2.000 Einwohner wünschen sich ein solches Angebot.

Beinahe drei Viertel (72,9 Prozent) der Eltern sind der Ansicht, dass es in ihrer Gegend für Frauen schwierig ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. 66 Prozent sind der Meinung, dass es in ihrer Gegend zuwenig Nachmittagsbetreuungs-Einrichtungen gibt.

Tatsächlich sind ganztägig geführte Schulen in Oberösterreich rar. Gerade 0,2 Prozent der Volksschüler besuchen eine ganztägig geführte Schule. Wenn Bundesministerin Gehrer ankündigt, dass bis 2006 um 20 Prozent mehr Plätze für die Nachmittagsbetreuung angeboten werden sollen, erhöht dies den Anteil für Oberösterreichs Volksschulkinder von 0,2 auf gerade mal 0,24 Prozent.

Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber kein weltbewegender Fortschritt bei dem artikulierten Bedarf, meint die AK-Frauenredaktion. Denn fehlende Nachmittagsbetreuung ist ein wesentlicher Grund, dass Frauen nicht berufstätig sind. Die Frage ist auch, wie die Ministerin die Gemeinden bei der Einrichtung von Ganztagsschulen zu unterstützen gedenkt.

Der vorliegende Befund ist jedenfalls eine klare Auforderung an die Landes- und Bundespolitik, ohne ideologische Einbunkerungen sofort zu handeln. Die Arbeiterkammer fordert bis 2008 die Einrichtung von 20.000 Plätzen an ganztägig geführten Schulen in Oberösterreich. Mit diesem ersten Schritt soll eine gut geplante regionale Verteilung und eine Angebotsdichte für mindestens 25 Prozent der Pflichtschüler erreicht werden.

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