Broukal und Bayr präsentieren SPÖ-Offensive "Fachhochschulen"

SPÖ fordert 600 Anfängerstudienplätze jährlich

Wien (SK) Das Fachhochschulwesen sei eine "tolle und günstige Form" der Verbreitung akademischer Bildung und müsse aus diesem Grund unbedingt ausgebaut und gefördert werden, erklärte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Abgeordneter Petra Bayr, Projektleiterin der Offensive "Fachhochschulen". Im Rahmen dieser Offensive fordert die SPÖ den weiteren Ausbau der bestehenden Studienplätze im Ausmaß von 600 neuen Anfängerplätzen jährlich, sodass 2008 10.000 AnfängerInnenstudienplätze zur Verfügung stehen, informierte Bayr. Die SPÖ werde zum Thema Fachhochschulen am kommenden Mittwoch im Parlament auch einen entsprechenden Entschließungsantrag einbringen. ****

"Die Fachhochschulen müssen aus ihrem engen Korsett der regionalen Bedarfsdeckung in eine österreichweite geführt werden", forderte Broukal. Den Bedarf an Fachhochschulen bewertet der SPÖ-Wissenschaftssprecher als enorm. Besonders erfreulich sei, dass die Fachhochschulbildung so breit ist, dass die Absolventen auch die Chance ergreifen, aus dem engen Berufsfeld auszubrechen, um in einem anderen tätig zu werden. "Nicht begeisternd" sei der Frauenanteil an den Fachhochschulen, und auch auf die berufstätigen Studierenden werde zu wenig Rücksicht genommen.

Da von Seiten der Studierenden, der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes große Ansprüche an die Fachhochschulen gestellt würden, stellte Bayr die Pläne zur SPÖ-Offensive Fachhochschulen dar. Der rasante Aufstieg der Fachhochschulen seit Beginn der 90er Jahre zeige, dass es sich um eine Erfolgsstory handle, für die aber seitens der Regierung keine "ernstzunehmende bildungspolitische Weiterentwicklung" zu erkennen sei. Dies zeige sich daran, dass der 3. Entwicklungs- und Finanzierungsplan in den Papieren von Bildungsministerin Gehrer nur mehr als Entwicklungsplan, ohne Finanzierung, auftauche.

Das offensive Reformpaket der SPÖ beinhalte die Forderung nach einem weiteren Ausbau der bestehenden Studienplätze im Ausmaß von 600 neuen AnfängerInnenplätzen jährlich, präzisierte Bayr. So sollen bis 2008 10.000 neue Studienplätze für AnfängerInnen zur Verfügung stehen. Unter der Einbeziehung von Sozialpartnern und dem Parlament solle ein Hochschulrahmenplan zur Koordinierung der verschiedene Bereiche der postsekundären Ausbildung erstellt werden, so Bayr. Des weiteren sei es notwendig, in der Frage der Bedarfsprüfung von der bisher üblichen regionalen Bedarfsprüfung abzugehen und auch eine gesamtösterreichische zu schaffen.

In der Frage der Evaluierung der Fachhochschulen kritisierte Bayr die Einführung der für 2004 geplanten österreichischen Evaluierungsagentur, da sich daraus sowohl eine unklare Kompetenzverteilung, als auch eine Infragestellung der Unabhängigkeit der Evaluierung ergebe. Es wäre eine qualitative und quantitative Ausweitung wünschenswert, so Bayr.

Der Anstieg der Frauenquote in Fachhochschulen sei hauptsächlich auf die Eingliederung der Sozialakademien zurückzuführen, erklärte Bayr. Es sei aber notwendig, dass Frauen und Mädchen bereits im Bildungssystem motiviert werden sollen, in "nicht typische" Studiengänge zu gehen. Dafür könne sie sich eine neue Kampagne in den Schulen vorstellen, so Bayr. Darüber hinaus fordert die SPÖ, dass Fachhochschulstudiengänge, die auf Frauengewinnungsprogramme verweisen können, bei der Bewilligung von Bundesmitteln den Vorzug erhalten sollten. Eine Ausweitung der Studienangebote, deren InteressentInnen größtenteils weiblich sind, sei ebenfalls notwendig, erklärte Bayr.

Das Angebot von berufsbegleitenden Studiengängen, im Jahr 2002/03 waren dies von 30 neuen Studiengängen nur sechs, müsse verstärkt werden, so Bayr. Dies könne besonders durch die Nutzung neuer Medien im Unterricht erreicht werden. Die Anzahl der Studierenden mit nicht traditionellem Studienzugang sinke ständig, kritisierte Bayr und forderte eine Informationsoffensive sowie ein Angebot, das direkt an die Berufsschule anschließen solle und so AbsolventInnen auf die Aufnahmetests vorbereiten könnte. Mittelfristig sei eine Steigerung auf 15 Prozent, langfristig auf 20 Prozent erstrebenswert, führte Bayr aus.

"Ganz im Argen" würde die studentische Mitbestimmung liegen. Es müsse zu einer Einbindung der Studierenden in die Evvaluierung und einer Integration in die österreichische Hochschülerschaft kommen, forderte Bayr.

Auch im Gebiet des Praxissemesters gebe es Reformbedarf. Studierende müssten zwar weiter die Studiengebühren bezahlen, aber die Fachhochschulen würden sich nicht um die Studierenden kümmern, kritisierte Bayr. Es gebe keine geregelte Bezahlung und oft würden die Studierenden zu Hilfsarbeiten herangezogen. Es sei hier ein Standard zu schaffen, so Bayr, die Ausbildungsmusterverträge forderte, in denen Ausbildungsziele, der berufliche Tätigkeitsbereich, Qualifikationsprofil, Curriculum und didaktisches Konzept beschrieben sein müssen.

Die medizinische nicht-ärztliche Ausbildung solle, nach dem Vorbild der Sozialakademien, in das Fachhochschulsystem eingegliedert werden und so auf ein einheitlich tertiäres Niveau angeglichen werden. (Schluss) cs/js

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