Waneck: Österreichische Gesundheitskonferenz ist ein dauerhafter Erfolg

Rechtzeitiger Wechsel vom kurativen zum präventiven Weg

Wien, (BMGF/STS) – „Die heute bereits zum vierten Mal abgehaltene Österreichische Gesundheitskonferenz ist zu einer Institution geworden, an der sich alle im Gesundheitswesen relevanten Gruppen intensiv und hochkarätig beteiligen“, freute sich FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck, der diese vor rund drei Jahren gegen massive Widerstände ins Leben gerufen hat. „Heute können wir auf den Ergebnissen der vergangenen Gesundheitskonferenzen aufbauen.“ ****

"Die Veranstaltung ist ein Spiegelbild des Chaos in der österreichischen Gesundheitspolitik“, hat Grün Abgeordneter Kurt Grünewald noch vor wenigen Jahren getönt. Heute würden die Ergebnisse der seit 2000 bestehenden Gesundheitskonferenz als Basis für den Reformdialog zur Gesundheitsreform herangezogen, so Waneck.

Die Zukunft der Medizin liege im rechtzeitigen Wechsel vom kurativen zum präventiven Weg, betonte Waneck. Dies zeige sich deutlich am Zugewinn von Lebensjahren aufgrund verschiedener präventiver Maßnahmen. So brächte ein Rauchverzicht 8 Jahre, Training 6 Jahre, Normales Gewicht 2,5 Jahre und Diät 2 Jahre an zusätzlicher Lebenserwartung, während sogenannte „Superpillen“ nur 0,5 Jahre mehr an Lebenserwartung erreichen könnten, so Waneck. Aber nicht nur die steigende Lebenserwartung sei entscheidend, sondern auch die Zahl der gesunden Jahre.

Eine weitere Chance für die Zukunft der Gesundheitsversorgung, sehe er, Waneck, in der sogenannten „Vernetzten Medizin“. „Medizin im Netz bedeutet lediglich die Nutzung eines Netzes für Zwecke der Medizin, während ‚vernetzte Medizin’ für den ‚vernetzten Patienten’ eine optimale Anwendung medizinischer Untersuchungs- und Therapiemethoden mit dem Arzt als Interface für den kranken Menschen bedeutet“, so Waneck. Die Vorteile für den Patienten lägen auf der Hand: kürzere Wartezeiten, bessere Betreuung, bessere Dokumentation, raschere Verfügbarkeit der Krankengeschichten, leichteres Handling. Grundvoraussetzungen dafür seien freilich die Datensicherheit und der Personenschutz, da Gesundheitsdaten besonders sensibel seien, betonte Waneck.

„Der Mittelpunkt des Gesundheitswesens ist der Mensch“, so Waneck. Es sei menschlich, dass jeder von uns, wenn er sich in die Hände des Gesundheitssystems begebe sofort die beste medizinische Leistung erhalten wolle. Dies, so Waneck, sei oft nicht der Fall: Lange Wartezeiten führen zu schlechter Qualität in der Behandlung, zu wenig Kassenverträge, knappe Ressourcen behindern eine optimale Versorgung. Dadurch entstehe latente Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem für Betroffene. "Ich verlange daher die Verkürzung der Wartezeiten durch mehr Kassenverträge und mehr niedergelassene Ärzte, die Qualitätssicherung bei der Behandlung, bessere Ausstattung mit Finanzmittel durch eine Reform der Finanzierungsströme im Gesundheitswesen", so Waneck. "Die Medizin muss von einer Geldorientierung zu einer Betroffenenorientierung kommen“, betonte Waneck.

In diesem Zusammenhang stünden auch die derzeit zwischen Wiener GKK und Wiener Ärztekammer geführten Vertragsverhandlungen, so Waneck. „Die optimale Versorgung der Patienten muss dabei gewährleistet werden“, so Waneck, der sich klar gegen einen vertragslosen Zustand aussprach und die beiden Verhandlungsteams aufrief, sich im Interesse der Patienten rasch zu einigen. (Schluss) mg bxf

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