Welche Erziehung brauchen Kinder?

PsychologInnen diskutierten zum Thema Psychologie und soziale Verantwortung im Bereich der Jugendwohlfahrt

Wien (OTS) - Die Ergebnisse zur Umfrage "Megatrends für die Zukunft", die in der zweiten Oktober-Hälfte durchgeführt wurde, sind aussagekräftig: 213 Personen gehen mehrheitlich davon aus, dass der Zerfall der Kleinfamilie fortschreiten wird (66,6%) und Kinder nur noch mit einem Elternteil oder in so genannten Patchwork-Familien aufwachsen. Der Verlust von sicheren Arbeitsplätzen, Mobilität am Arbeitsplatz und kurzfristige Teilzeitarbeit werden von 78,8% der Befragten angenommen. 69,9 % sehen die Zunahme von sozialen Problemen als Folge von Arbeitslosigkeit und Armut und 58,7% vermuten sogar, dass 2019 jedes 5. Kind in Österreich psychologische und medizinische Hilfestellung in Anspruch nehmen muss.

Fachleute bestätigen: Junge Menschen geraten immer häufiger in "Identitätsnot" - sie müssen mit den vielfältigen Anforderungen in einer Lebenswelt zurecht kommen, in der so manche Erwachsene es schon oft schwer haben. Die Frage ist heute nicht mehr "Was ist gute Erziehung?", sondern die Frage lautet: "Welche Erziehung brauchen Kinder, um für die Zukunft gerüstet zu sein?"

Psychologen empfehlen in diesem Zusammenhang, dass junge Menschen eine Streitkultur erlernen, in der nicht die Gewaltanwendung als erste und einzige Form der Streitaustragung eingesetzt, sondern der Dialog gesucht wird. Soziale Kompetenz kann man erwerben, sie bedeutet Konfliktfähigkeit und die brauchen Kinder und Jugendliche in unserer Zeit besonders. Hier geht es darum, die Jugendlichen "dort abzuholen, wo sie sind." Bereits heute erfreut sich die Internetberatung für Jugendliche in der MAG ELF http://www.talkbox.at/ regen Zuspruchs. Dass sich die Online-Beratung durchsetzen wird, tippen laut Umfrage auch 80,7% der TeilnehmerInnen.

Einen weiteren Schwerpunkt bei der 50. Tagung der Österreichischen JugendamtspsychologInnen stellte die Psychotraumatologie des Kindesalters dar. Kinder reagieren in Krisensituationen mit Angst und Verhaltensauffälligkeiten. Fehlendes Wissen führt häufig dazu, dass sie schrecklichen Fantasien entwickeln, die ihnen Angst machen. Leider neigen Erwachsene dazu, die psychische Not von Kindern zu wenig zu beachten.

Um auf die Bedürfnisse von Kindern im Hinblick auf die psychosoziale Betreuung besonders hinzuweisen, ist weitere Aufklärungsarbeit zu leisten. Dazu stehen in Wien derzeit 32 Kinderpsychologische Beratungsstellen der MAG ELF zur Verfügung, die von Eltern, Kindern und Jugendlichen kostenlos in Anspruch genommen werden können. Nähere Auskünfte erhalten Sie auch über das Servicetelefon der MAG ELF 4000 / 8011. (Schluss) eg

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