Kolumbien: Wirtschaft in Aufbruchstimmung

Austro-Unternehmen in einigen Marktsegmenten stark positioniert - Tann-Colombiana (Tannpapier) in den Andenpaktstaaten mit einem Marktanteil von 80% bei Filterpapier

Wien (PWK781) - "Im ersten Halbjahr 2003 konnte die kolumbianische Wirtschaft den sich schon im letzten Quartal 2002 abzeichnenden Aufschwung fortsetzen und erzielte trotz strikter Sparpolitik der Regierung eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 3,1%" weiß Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Getragen wird das Wachstum vor allem von der Bauindustrie, gefolgt von der Fertigungsindustrie sowie dem Telekommunikations- und Transportsektor. Trotz Schwierigkeiten in den Nachbarländern, insbesondere in Venezuela, gewinnt das Land an Schwung - die Importe und Exporte sind spürbar gestiegen.

"Geschäftschancen für österreichische Unternehmen bestehen in der Industrie (Kunststoff, Chemie, Textil, Metall, Leder) und weiters vor allem im Projektgeschäft", erwartet Koren. Investitionen in die Infrastruktur (Energieversorgung, Straßenbau, öffentliches Verkehrswesen, Kommunikation) stehen in Kolumbien ebenso auf dem Programm wie Verbesserungen im Abfall- und Abwasserbereich, wobei Kolumbien im Rahmen des Kyoto-Protokolls eine Vorreiterrolle einnimmt. Jointventures und Teilfertigungen sind für die Konkurrenzfähigkeit in Zukunft aber unumgänglich. Kolumbien bietet sich zudem als Produktionsstandort für die Andenpaktstaaten und Zentralamerika an. Projektgeschäfte auf offizieller Ebene treten zunehmend in den Vordergrund, die Realisierung von CDM-Projekten (Kyoto) bietet Chancen für österreichische Umwelttechnik und die Möglichkeit zum Erwerb von Emissionszertifikaten.

"Nach einem Plus von 20% im Vorjahr mussten die österreichischen Exporte nach Kolumbien in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres einen Rückgang von knapp 12,4% auf 17 Mio Euro hinnehmen", berichtet Andreas Schmid, zuständiger WKÖ-Handelsdelegierter. Da aber gleichzeitig auch die Importe aus Kolumbien um 25% auf 9,6 Mio Euro zurückgingen, ist der Handelsbilanzüberschuss mit Kolumbien allerdings weiter gewachsen. Maschinen und Fahrzeuge sind trotz eines Rückgangs von 15% mit einem Volumen von über 5 Mio Euro nach wie vor die wichtigste Exportgruppe nach Kolumbien. Ausgeglichen wurden die Rückgänge jedoch zum Teil durch die Ausfuhren von Schienenfahrzeugen (Güterwagen) und den Export von Spezialmaschinen, Textil- und Lebensmittelverarbeitungsmaschinen sowie Maschinenzubehör. Sehr positiv entwickelten sich auch die Exporte von medizinischen und pharmazeutischen Produkten. Der erwartete Exportboom bei Energy Drinks, der in einigen Nachbarländern bereits beobachtet werden konnte, scheint in Kolumbien noch auf sich warten zu lassen, wenn auch die Marktführerschaft von österreichischen Anbietern gehalten wird.

Sowohl die VA-TECH mit den Schwerpunkten HYDRO und T&D, als auch BÖHLER Edelstahl, ALPLA und TANNPAPIER sind erfolgreich mit eigenen Niederlassungen vertreten. TANN COLOMBIANA liefert dabei Filterpapier in die Andenpaktstaaten (Marktanteil von 80 %) und Chile, als zweites Produktionsstandbein werden von Medellin aus Selbstklebetiketten nach Zentralamerika und die Karibik geliefert. SCHIEBEL konnte sich im Jahre 2002 mit 1.200 Minendetektoren beim kolumbianischen Heer als Systemlieferant etablieren. Die Metro von Medellin vertraut ebenso auf Bahnbaumaschinen von PLASSER & THEURER wie die privaten Betreiber der Eisenbahnlinien beim Transport der gewaltigen Kohlevorkommen des Landes. Richtungweisend sind auch das von MOSDORFER gegründete Jointventure im Bereich Freileitungstechnik sowie die Teilassemblierung von KTM-Motorrädern in Barranquilla. Aber auch im exklusiven Bereich ist Österreich mit HIRSCH Armbändern, SWAROVSKI und SCHÖLER am kolumbianischen Markt vertreten.

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