Tumpel fordert Reformen im Bildungssystem

Dallinger Symposium eröffnet - Tumpel kritisiert erstarrtes österreichisches Bildungssystem

Wien (AK) - "In unserem Bildungssystem sind dringend Reformen nötig", sagt AK Präsident Herbert Tumpel bei der Eröffnung des Dallinger-Symposiums in Wien. Thema der dreitägigen Veranstaltung ist "Die Zukunft der Bildung in einer veränderten Welt". Dazu Tumpel:
"Mir kommt immer mehr vor, dass sich zwar die Anforderungen an das Bildungswesen verändern, das Bildungswesen aber mehr als erstarrt ist." Denn in Österreich fehlen von Jahr zu Jahr mehr Lehrstellen, an den berufsbildenden Schulen herrscht Platzmangel, der Anteil der MaturantInnen am jeweiligen Altersjahrgang liegt unter dem internationalen Durchschnitt - und Tausende über 15-Jährige sind nach Pflichtschule weder in Ausbildung noch haben sie einen Arbeitsplatz, verweist Tumpel auf die Versäumnisse in der österreichischen Bildungspolitik. Er fordert Initiativen für mehr und bessere Lehrstellen und für den Ausbau der berufsbildenden Schulen. In diesen Schulen soll unter anderem durch ein Kurssystem dafür gesorgt werden, dass mehr SchülerInnen als bisher die Ausbildung fertig machen können.

"Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für gute Chancen im Beruf", sagt Tumpel, "und letztlich sind es die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, die für die Qualität und die Zukunft eines Wirtschaftsstandorts entscheidend sind." Der AK Präsident kritisiert vor allem, "dass die Regierung die Jugendlichen mit ihren Problemen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf im Stich lässt". Dringend nötig seien Initiativen, damit mehr Jugendliche als bisher die Chance auf qualifizierte Ausbildung haben - und zwar bis zur Matura.

Konkret verlangt Tumpel mehr Angebote zum Nachholen des Hauptschulabschlusses. Mehr und bessere Lehrstellen soll es durch einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen geben - und durch besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen, in denen für Zukunftsberufe ausgebildet wird. An den berufsbildenden Schulen müssen mehr Plätze geschaffen werden, vor allem für Ausbildungen im EDV-Bereich. Getan werden muss auch etwas, damit mehr SchülerInnen als bisher die berufsbildende Schule fertig machen. Tumpel fordert kleinere Klassen, mehr Förderunterricht und ein Kurssystem, durch das Sitzenbleiben überflüssig wird. Nötig seien letztlich der Ausbau der Fachhochschulen - statt Budgetkürzungen in diesem Bereich.

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