5% Spannenkürzungen bei Apotheken

Ergebnis bei Verhandlungen gewährleistet eine Kostenentlastung der Kassen Freie Apothekenwahl für alle Patienten gesichert

Wien (OTS) - Die im Rahmen der Gesundheitsreform ausgehandelten Ergebnisse zur Reduzierung der Medikamentenkosten zwischen BM Maria Rauch-Kallat, den Apothekern, dem Großhandel und der Pharma-Industrie wurden heute präsentiert.

Apotheken-Spannen deutlich unter dem europäischen Schnitt

Dazu Mag.pharm. Dr. Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer: "Österreichs Apotheken müssen - gemeinsam mit dem Pharma-Großhandel - eine schmerzliche Kürzung der Handelsspannen hinnehmen. Die Apothekenspannen im Kassenbereich sinken um 5%, obwohl diese schon bisher deutlich unter dem europäischen Durchschnitt lagen."

180 Mio. Euro Einsparungen

Wie heute von Rauch-Kallat im Rahmen einer Pressekonferenz weiters verlautbart, werden die Großhandelsaufschläge um 2%-Punkte gekürzt, was sich zusätzlich auf die Apothekenergebnisse auswirken wird. Cabana: "Zusammen mit den Maßnahmen im Großhandel erbringen wir damit bis Ende 2006 eine Einsparungsleistung von 180 Mio. Euro - wobei diese Kürzungen unbefristet festgesetzt wurden. Schon bisher haben die Apotheker durch das sogenannte "Solidaritätsmodell" in den Jahren 2000 bis 2003 bereits rd. 27 Mio. Euro zur Senkung der Medikamentenkosten beigetragen".

Der Patient im Mittelpunkt

Cabana betonte, "dass der Patient bei den Verhandlungen immer im Vordergrund stand. Wir waren stets bemüht erstklassige Apothekenleistungen für unsere Kunden sicherzustellen!"

Freie Apothekenwahl für Konsumenten sichergestellt

Die Bedeutung des österreichischen Gesundheitssystems war allen Verhandlungspartnern bewusst - dazu zählt auch das Recht der Patienten auf freie Apothekenwahl sowie eine für alle sozialen Schichten bestmögliche Versorgung mit Arzneimitteln und die dazugehörende apothekerliche Beratung.

Die Ministerin und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger haben zugestimmt, dass keine Maßnahmen ergriffen werden, die das hohe Niveau der Versorgung der Patienten einschränken.

"Angesichts der Tatsache, dass das kalkulatorische Betriebsergebnis der Apotheken in den letzten Jahren nur zwischen 1 und 3% lag, wird es künftig sehr großer Anstrengungen aller Apothekerinnen und Apotheker bedürfen, die Apothekenleistungen - die im internationalen Spitzenfeld liegen - für ihre mehr als 8 Mio. Kunden monatlich, auch weiterhin sicherstellen zu können", erklärt Cabana weiter, "und die Spannen-Kürzungen werden auch große Zurückhaltung bei geplanten Investitionen notwendig machen."

Enorme Belastungen für Apotheken - ein Tropfen auf den heißen Stein für die Krankenkassen

Unter dem Gesichtspunkt, dass die Kosten für die Apothekenleistung nur 3,2% der gesamten Ausgaben für die Krankenkassen betragen, kann durch die jetzt vorgenommenen Kürzungen der Spannen das österreichische Gesundheitssystem nicht saniert werden. Cabana:
"Trotz dieser Tatsache bedeutet die Spannenkürzung eine enorme Belastung für alle Apotheken."

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