ORF-Premiere für NS-Drama "Annas Heimkehr"

Veronica Ferres läuft nicht davon

Wien (OTS) - "Es ist ein neuer Ansatzpunkt, die Thematik des
Dritten Reichs zu erzählen. Aber das NS-Thema ist nicht das Hauptthema von 'Annas Heimkehr'. Vielmehr geht es hier um eine besondere Mutter-Tochter-Beziehung", beschreibt Veronica Ferres ihren jüngsten Fernsehfilm, der am Mittwoch, dem 12. November 2003, um 20.15 Uhr in ORF 2 seine ORF-Premiere feiert. Im Herbst vergangenen Jahres stand die deutsche Filmschauspielerin und aktuelle Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen, die erst Ende Oktober die Dreharbeiten zur Mankell-Verfilmung "Die Rückkehr des Tanzlehrers" erfolgreich abgeschlossen hat, in der Titelrolle der ORF-Koproduktion vor der Kamera. Das bewegende Drama, das Xaver Schwarzenberger inszenierte, schildert die Zivilcourage des bayerischen Kindermädchens Anna Schweighofer, der es gelingt, die Tochter ihrer ehemaligen jüdischen Arbeitgeber vor den Nazis zu retten, indem sie das Mädchen als ihr eigenes uneheliches Kind ausgibt. Täglich kämpft die mutige Frau darum, das verhängnisvolle Geheimnis vor ihrer Umgebung und sogar vor ihrer eigenen Familie zu verbergen.

Die Rolle der Anna war für Veronica Ferres eine große Herausforderung, weil es viel Verantwortung mit sich bringt, etwas zu produzieren, das "als Warnung für weitere Generationen verstanden werden soll. Der Film ist eine moralische Demonstration, wie Menschen sein könnten und auch waren. Und es gibt sicher viele Definitionen dafür, dass ein Mensch ein Mensch ist, in diesem Fall ist es jemand, der nicht davonläuft."

An der Seite von Veronica Ferres verkörpert Julia Krombach Annas Ziehtochter Franzi, in weiteren Hauptrollen standen Julia Stemberger, Herbert Knaup, Erni Mangold, Karl Markovics, Jens Harzer (Tod im "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen), Tommy Schwimmer und Veronika Fitz vor der Kamera des österreichischen Erfolgsregisseurs Xaver Schwarzenberger. Die Dreharbeiten zu "Annas Heimkehr", zu dem der Autor, ehemalige Filmproduzent und Dramaturg Herbert Knopp das Drehbuch verfasst hat, fanden an Schauplätzen in München und Umgebung sowie im Südtiroler Vinschgau statt.

Mehr zum Inhalt des Films

München, 1942: Anna Schweighofer (Veronica Ferres) ist zu Besuch bei ihren ehemaligen Dienstgebern, der jüdischen Familie Goldberg (Andrea Eckert, Götz Spielmann). Deren Koffer sind gepackt, die Flucht nach England steht unmittelbar bevor. Während Anna die zehnjährige Tochter der Goldbergs, Franziska (Julia Krombach), ins Bett bringt und sie in den Schlaf singt, dringt die Gestapo in die Wohnung ein, verhaftet Herrn und Frau Goldberg. Anna gelingt es, Franziska und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Am nächsten Tag fahren die beiden in Annas Heimatdorf Drachselreuth. Dort gibt sie Franziska als ihre eigene, außereheliche Tochter aus, eine Geschichte, von der sie hofft, man würde sie ihr umso eher glauben, als Anna seit Jahren den Kontakt zu ihrer Familie vollständig abgebrochen hat, weil sie mit ihrem Bruder Toni (Herbert Knaup) nicht um das Erbe streiten wollte. Der ist, als Besitzer des einzigen Wirtshauses, zum Bürgermeister und Ortsgruppenleiter aufgestiegen. Und er will von Anna, die er eher widerwillig und vor allem auf Fürsprache seiner Frau Helene (Julia Stemberger) aufnimmt, immer wieder wissen, wer denn nun der Vater des Kindes sei. Dies umso mehr, als sich Franzi, die sich nur mühevoll in das neue Leben einfindet, sehr oft recht seltsam benimmt. Anna, in ständiger Angst, dass Franzis wahre Identität entdeckt wird, kann ihre Familie zunächst mit Lügen hinhalten und Toni schließlich sogar dazu bringen, einen Pass mit dem Nachweis arischer Abstammung für Franzi zu organisieren.

Aber auch Sturmbannführer Brunner (Karl Markovics), der Anna aus früheren Tagen kennt - damals war er Aushilfskellner und hat sich in Anna verliebt - forscht intensiver nach Franzis Herkunft, als Anna lieb sein kann. Als dann noch Annas früherer Verlobter Kurt (Jens Harzer) auf Kriegsurlaub nach Hause kommt und argwöhnt, Franzi könnte seine Tochter sein, scheint es kaum noch möglich, das wackelige Lügengebäude aufrechtzuerhalten. Das Leben von Anna und Franzi steht auf dem Spiel: Doch Anna kämpft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln.

"Annas Heimkehr" ist eine Endemol-Filmproduktion in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, ARTE und ORF, gefördert mit Mitteln des FFF Bayern.

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