"Treffpunkt Kultur" am 10. November in ORF 2

Porträt der Soundbastler Yello, Wiener Spaziergang mit Günther Brus

Wien (OTS) - Barbara Rett präsentiert live in "Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 10. November 2003, um 22.30 Uhr in ORF 2 unter anderem folgende Beiträge:

Turbo-Schweizer: Yello - Die Techno-Pioniere mit neuer CD

Ein Vierteljahrhundert ist es her, da trieben sich zwei Schweizer Herren mit ihren Aufnahmegeräten in Testlabors für Autos umher. Aus dem Motorengeheul sampelten sie einen revolutionären Sound. Das war die Geburtsstunde der Erfolgsband Yello - und von Techno, dem eine kurze Lebensdauer prophezeit wurde. 30 Millionen verkaufter Alben später sind Boris Blank und Dieter Meier die unangefochtenen Stars der Szene. Nun legen sie ihre neue CD vor: "The Eye". Neben ihren Soundeskapaden finden Yello Zeit genug, Kunst zu machen. Dieter Meier etwa ist ein renommierter Experimentalfilmer, war "documenta"-Teilnehmer und organisiert in Indien ein Musikfestival. "Treffpunkt Kultur" zeichnet ein Porträt der Turbo-Schweizer.

Werkumkreisung: Günther Brus - Die Albertina würdigt den österreichischen Künstler zu seinem 65. Geburtstag

Einmal geferkelt, auf ewig besudelt? Es war die Hochblüte des mittlerweile von internationalen Experten so hoch geschätzten Wiener Aktionismus: Günter Brus fand sich an der Universität Wien zur "Körperanalyse" ein. Diese, später als "Uni-Ferkelei" skandalisierte Aktion, brachte Brus eine Anzeige wegen "Verletzung der Sittlichkeit und Schamhaftigkeit" und das Prädikat "meistgehasster Österreicher" ein. Und heute? Da zieht der Künstler in die heiligen Hallen der Albertina ein. "Werkumkreisung" heißt die große Retrospektive zum 65. Geburtstag. Thema sind die beständigen Grenzüberschreitungen von Brus, seine Gratwanderungen zwischen bildender Kunst und Literatur. So ist neben frühen - noch nie gezeigten - abstrakten Arbeiten eine Auswahl seiner vierteiligen Bild-Dichtungen zu sehen. "Treffpunkt Kultur" begleitet Günter Brus auf einem Wiener Spaziergang im November 2003 - und stellt Ausschnitte aus seiner legendären Aktion "Wiener Spaziergang" im Jahr 1965 gegenüber. Infos zur Albertina-Ausstellung bietet auch "tipp - Die Kulturwoche" am Sonntag, dem 9. November, um 10.30 Uhr in ORF 2.

Mann-o-Mann: Von leidenden und krisengeschüttelten Männern in Kunst und Geschichte

"Wann ist ein Mann ein Mann?" wollte Herbert Grönemeyer (am 14. Dezember in "Bei Stöckl") schon vor bald 20 Jahren wissen - aber erst jetzt, im so genannten postfeministischen Zeitalter, werden es immer mehr, die fragend in den Chor einstimmen. Mehr als 2.500 Buchtitel zum Thema bietet ein Internet-Vertreiber an - die meisten davon versprechen Trost und Rat. Was ist passiert, dass der Mann so massiv in die Identitätskrise schlitterte? Der Historiker und Universitätsprofessor Wolfgang Schmale kann zumindest auflisten, welcher Privilegien das ehemals starke Geschlecht im vergangenen halben Jahrtausend verlustig ging: Von der Renaissance bis in die Gegenwart hat er die "Geschichte der Männlichkeit" durchforstet. Diese liest sich als Prozess patriarchischer Erosion. "Treffpunkt Kultur" bittet den Autor zum Interview. Wie schön, ekstatisch verzückt oder erotisch ambivalent Männer leiden können, führt die Kunsthalle Wien vor Augen. "Heiliger Sebastian - A Splendid Readiness for Death" heißt die Schau, die mannigfaltige Darstellungen des Durchbohrten zeigt.

Dompteur: Jan Fabre - Der belgische Starchoreograf kommt mit drei Arbeiten nach Wien

An mangelndem Selbstvertrauen leidet er nicht: "Hier lebt und arbeitet Jan Fabre" steht auf der Gedenktafel, die er mit 19 Jahren an seinem Elternhaus anbrachte. Heute gilt der Starchoreograf und bildende Künstler als "Belgiens letztes Universalgenie". Seine Performer hat er zu "Kriegern der Schönheit" aufgerüstet, lässt sie ihre Körper nicht selten bis zur totalen Erschöpfung malträtieren. "Je suis sang" heißt seine Choreografie, mit der er - in einer neuen Bearbeitung - am 11. November im Tanzquartier Wien Einzug hält. Fabre schlägt darin einen großen Bogen von mittelalterlichem Körperempfinden bis zur heutigen Körperdressur im Fitnessstudio. Zwei weitere Arbeiten wird Fabre demnächst im Tanzquartier präsentieren:
die Videoinstallation "The Angel of Death" und das Solostück "Quand l'uomo principale e una donna?" "Treffpunkt Kultur" bittet den Allroundkünstler zum Interview.

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