Studie konzipiert Leitlinien für die Forschungsstiftung

Wien (OTS) - Zeitgerecht zum Reformdialog wird eine Studie vorgelegt, welche aufzeigt, wie sich die neue Forschungsstiftung in die österreichische Forschungslandschaft einfügen kann. Die Hauptergebnisse beziehen sich auf die

1. notwendige höhere Dotierung und auf

2. Leitlinien für die Arbeitsweise der Forschungsstiftung.

So erfreulich die Einrichtung und derzeitige Dotierung der virtuellen Forschungsstiftung ist, wird mit dem angepeilten Volumen nicht das Auslangen gefunden werden. Um auch nur in die Nähe einer Forschungsquote von 2,5% bis 2005 zu gelangen, sind - gemäß Berechnungen der Wirtschaftsforscher - weitere Mittel in Höhe von mindestens Euro 200 Mio. jährlich nötig. Bekanntlich hat sich die Bundesregierung im Einklang mit der EU zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit das Ziel einer Forschungsquote von 2,5% bis 2005 gesetzt. Damit soll mittelfristig das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Die 200 Mio Euro wären zusätzlich zu den so genannten Sondermitteln (Euro 600 Mio. für 2000 bis 2006) und den Mitteln des Jubiläumsfonds bzw. ERP erforderlich, haben die Studienautoren Werner Clement, Georg Turnheim und Bernhard Klement berechnet.

Leitlinien für die Forschungsstiftung als ein budgetunabhängiges und planungssicheres Förderinstrument

Stabilisierung der Forschungsfinanzierung ist unumgänglich, aber "die Mittel allein können den Erfolg der Innovationspolitik nicht garantieren. Für den Erfolg kommt es vor allem auf eine optimale Organisation der Förderstrukturen an", so die Studienautoren und fundieren dieses Ziel sowohl wissenschaftlich als auch praktisch:

- Auf Sicht ist die Errichtung einer echten und nicht nur virtuellen Stiftung nötig:

Förderungen werden ausschließlich aus Erträgnissen des eingezahlten Stiftungskapitals (erhöht um Privatisierungserlöse) finanziert. Die Finanzierung ist daher vom Budget des Bundes entkoppelt. Damit kann für innovative Forschungsvorhaben die nötige Planungssicherheit gewährleistet und durch den erhöhten Mitteleinsatz der gewünschte Hebeleffekt bewirkt werden.

- Förderfokus:

Aufbau zusätzlicher Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, F&E-Infrastruktur und Gemeinschaftsprojekte. Dies steigert den Wissensumschlag und die Vernetzung mit der Wirtschaft.

- Wettbewerbliches Vergabeverfahren:

Ausschreibungsrunden, transparente Kriterien, internationale Begutachter und Vergabeentscheidungen bei aufrechter Anonymität der Antragsteller. Dadurch können Anreizprobleme und informationstheoretische Ineffizienzen möglichst gering gehalten werden.

- Effiziente Förderinstrumente:

zum Beispiel können Förderverträge, die im Erfolgsfall eine Gewinnteilung zwischen Fördernehmer und Forschungsstiftung vorsehen, gesamtwirtschaftlich förderwürdige Projekte besonders zielsicher Herausfiltern. Damit können so genannte Mitnahmeeffekte minimiert werden.

- Koordinieren von Förderstrategien und unabhängige Evaluierung:

Förderstrategien sind zwischen den Förderstellen abzustimmen (Synergien, positive Netzwerkeffekte, Vermeidung von Doppelförderungen). Eine einheitliche Förderdatenbank sollte Grundlage für eine regelmäßige, unabhängige und internationale Evaluierung der Forschungsstiftung sein.

Die Studienautoren resümieren, dass die Forschungsstiftung als neuer Pfeiler in der österreichischen Forschungsszene nicht nur die Innovation fördern soll, sondern auch - bei ausreichender Dotierung -selbst modern und innovativ organisiert werden muß.

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Univ.Prof. Dr. Werner Clement
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