Haubner: Jugendbericht als politischer Gestaltungsauftrag

Expert/innen diskutieren im Familienausschuss den 4. Österr. Jugendbericht

Wien (BMSG/OTS) - "Erstmals beinhaltet ein Jugendbericht eine Bestandsaufnahme der Positionen der Jugendlichen selbst zu Familie, Freizeit und Beruf", bezieht sich Jugendstaatssekretärin Haubner auf den Jugendradar, der besonders auch auf geschlechtsspezifische Unterschiede eingehe. Diese Erhebung werde nun in den einzelnen angesprochenen Bereichen vertieft mit Jugendlichen, Expert/innen und Multiplikator/innen ab März 2004 in ganz Österreich auf konkrete politische Handlungsfelder hin bearbeitet. "Wir haben mit dem Jugendbericht eine Basis für die tiefergehende Auseinandersetzung für jene Bereiche, in denen Handlungsbedarf angesagt ist", so Haubner. "Für alle Jugendlichen ist nach wie vor die Familie der wichtigste Bezugspunkt im Leben", so Haubner. In wirklich schwierigen Lebenssituationen wenden sich die Jugendlichen an die Eltern. Daher werde sie die Instrumente der Elternbildung auf die angesprochenen Probleme und ihre Lösungen hin weiter entwickeln und die Vereinbarkeitsmaßnahmen massiv unterstützen, damit Eltern für ihre Kinder auch ausreichend Zeit zur Verfügung haben und sich mit Erziehungskompetenz ausstatten können.
"Der Freizeitmix der Jugendlichen besteht aus Musik, Medien und Freundeskreis", so Haubner, "diese Freizeitgestaltung kostet aber Geld und birgt daher die Gefahr der Jugendverschuldung und bezüglich elektronischer Medien die Konfrontation mit immer krasser werdenden Gewaltdarstellungen." Daher habe sie im Konsumentenschutz bereits Aufklärungsmaßnahmen gegen die Jugendverschuldung gesetzt. "Eine Medienkompetenzstelle wird jene Computerspiele kennzeichnen, auf die Jugendliche und Eltern unbesorgt zugreifen können", kündigt Haubner eine Aktion Positivkennzeichnung für jene Spiele an, die wertvoll und gewaltfrei sind. Sie habe bereits Zusagen aus Wirtschaft und Bildung, dieses Projekt mit zu tragen.
Bei der beruflichen Erwartungshaltung der Jugendlichen fällt auf, dass Mädchen nach wie vor ein bedeutend geringeres Spektrum an Berufsmöglichkeiten vor Augen haben. "Hier gilt es weiter, gezielt Marketing für atypische Mädchenberufe betreiben", verweist Haubner auf die Aktion für Mädchen in technischen Berufen "Girls day", an der sich jedes Jahr Hunderte Mädchen beteiligt hätten.
Jugendliche sind auf die Flexibilisierung der Arbeitswelt, lebenslanges Lernen und pendeln zum Arbeitsplatz eingestellt. Wenn es allerdings darum geht, für einen Job den Wohnort zu wechseln oder gar ins Ausland zu gehen, erteilt man der Mobilität weitgehend eine Absage. "Hier ist in der Vorbereitung auf die Erwerbsarbeit noch viel zu leisten, dieses Thema wird gezielt aufgegriffen werden, denn die Frage der Mobilität kann nicht mit den Jugendaustauschprogrammen enden", so Haubner. Dass nicht die Karriere, sondern die Freude mit dem Job und dem Arbeitsklima bei den Jugendlichen im Vordergrund stehe, sieht Haubner als Auftrag an die Wirtschaft, die entsprechenden Arbeitsplätze zB schon in den aktuellen Lehrlingsprogrammen zu berücksichtigen.
"Mit dem 4. Österreichischen Jugendbericht gehen wir den Weg, Politik mit jungen Menschen zu machen, weiter", schließt Haubner.
(Schluss) bxf

Rückfragen & Kontakt:

BM für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz
Staatssekretariat Ursula Haubner
Hermann Tribuser
Tel.: ++43 1 71100/3375
mailto: hermann.tribuser@bmsg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NST0002