Strasser in NEWS: "War nie ein Liberaler, bin Christdemokrat."

Der Innenminister verteidigt seine Asylpolitik und erklärt als Ziel: "Rechts von der ÖVP darf man keine Massenpartei zulassen."

Wien (OTS) - In einem Interview für die morgen erscheinende
Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS verteidigt Innenminister Ernst Strasser seine als zynisch kritisierte Asylpolitik: "Das ist nicht zynisch, sondern ehrlich. Wir sagen, was wir können und was wir nicht können. Wenn wir kein Quartier anbieten können, hat jeder Asylwerber natürlich das Recht um Asyl anzusuchen, aber wir können ihn eben nicht unterbringen. Es ist sehr einfach für jemanden, der in einer feinen Wohngegend wie Hietzing lebt, zu sagen, die in Wöllersdorf sollen sich nicht so anstellen."

Befragt über seinen Imagewandel vom "Paradeliberalen" des Jahres 2000 zum rechten Hardliner heute antwortet Strasser: "Für Jörg Haider bin ich der Schüler der Caritas, für manche Linke bin ich der rechte Schächer. Ich war nie ein Liberaler und habe auch keine besondere Freude mit diesem Etikett. Ich bin Christdemokrat und da gehört dazu, dass man auf der einen Seite sensibel für die gesellschaftlichen Erfordernisse ist, insbesondere in einer bewegten Zeit, wie das in den Frühjahrstagen 2000 der Fall gewesen ist. Aber es gehört auch dazu, dass man mit großer Konsequenz für Festigkeit und Sicherheit sorgt."

Auf die Frage, ob er das Konzept der bayrischen CSU verfolge, wonach es rechts von der ÖVP keinen Platz geben dürfe, erklärt Strasser: "Die CSU ist einer der erfolgreichsten Parteiorganisationen, die ich kenne. Als Niederösterreichischer Parteimanager war das Vorbild immer die CSU. Aber inhaltlich ist es für eine Volkspartei wie uns wichtig, dass man rechts von sich zwar keine Massenpartei - also eine Partei mit mehr als 20 Prozent -zulässt, aber trotzdem die Offenheit und Bereitschaft hat für neue grüne und liberale Ideen Platz zu lassen."

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