Brauner ehrte Maria Loley und Albrecht Konecny

Wien (OTS) - Gestern, Dienstag, verlieh Wiens Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner das Bundes-Ehrenzeichen an Frau Maria Loley und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien an Professor Albrecht Konecny, Mitglied des Bundesrates. Anwesend waren zahlreiche prominente Gäste wie Stadträtin Mag. Maria Vassilakou, Anna-Elisabeth Haselbach, Vizepräsidentin des Bundesrates, Bundesrätin a. D. Gertrude Perl und Bischofsvikar Mag. Karl Rühringer.****

In ihrer Rede hob Brauner vor allem das soziale Verantwortungsgefühl und das große Engagement für die Solidarität und die Menschrechte dieser zwei Persönlichkeiten hervor. So hat Albrecht Konecny in seiner Tätigkeit u.a. im Europäischen Parlament den internationalen Diskurs immer geführt und sein Verantwortungsgefühl, die Gesellschaft gerechter und besser zu machen, in seinen Schriften und Publikationen umgesetzt.

Maria Loley zeigte dieses soziale Engagement in der konkreten Hilfe von Flüchtlingen - ein Engagement, das auch in unmittelbaren Zusammenhang mit dem schrecklichen Briefbombenattentat auf sie steht. "Dieses Attentat konnte das Engagement von Maria Loley aber in keinster Weise stoppen", zeigte sich Brauner beeindruckt.

Lebenslauf Maria LOLEY, Fürsorgerin im Ruhestand

Maria Loley wurde im November 1924 als ältestes von 5 Kindern eines Kleinstlandwirtes in Poysdorf, im niederösterreichischen Weinviertel geboren. Während der Naziherrschaft nimmt sie Gelegenheitsarbeiten bei Bauern, in Büros und in Haushalten an, das Studium wird ihr und ihren Brüdern von den Nationalsozialisten verboten.

Zu Kriegsende im Jahre 1945 erlebt Maria Loley die schrecklichen Auswirkungen der Flüchtlingstragödie im benachbarten Südmähren. Gemeinsam mit anderen Einheimischen kümmert sie sich um die medizinische und soziale Versorgung der Flüchtlinge.

Im September 1945 fährt sie nach Wien auf der Suche nach einer Möglichkeit für ein Medizinstudium. Sie entschließt sich jedoch zu einer Ausbildung als Fürsorgerin, da ihr für das nötige Studium die Matura fehlte. Nach kurzer Zeit muss sie jedoch die Ausbildung unterbrechen, da die Krankheit Typhus bei ihr ausbricht und sie an Lungentuberkulose erkrankt. Völlig geschwächt muss sie nach Poysdorf zurückkehren. Es gelingt ihr aber, nur durch ihren zähen und unbedingten Durchhaltewillen, die Krankheit trotz Hunger und Kälte zu besiegen und so kehrte sie schließlich im November 1945 wieder an die Schule in Wien zurück. Von 1956 bis 1979 ist sie als Fürsorgerin tätig.

1981 startet sie privat organisierte Hilfsprojekte, wie z.B. 57 Hilfstransporte nach Polen, die sie 23 mal selbst begleitete.

Im Jahre 1992 baute sie, anlässlich des Ausbruchs des Krieges in Jugoslawien, im Waldviertel ein Hilfsnetz für Kriegsflüchtlinge auf. Maria Loley und ein Team von 50 ehrenamtlichen Helfern hat es geschafft, in der Weinviertler Gemeinde mit damals 5.500 Einwohnern 145 Flüchtlingsfamilien zu integrieren und "die Bevölkerung zu tatkräftiger Mithilfe zu ermutigen". Insgesamt konnten 580 Flüchtlinge privat untergebracht werden, unter ihnen vor allem Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das engagierte Team besorgte nicht nur Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten, sie organisierten Kleidung und Deutschkurse.

Das Projekt "Flüchtlingshilfe Poysdorf" wurde im September 1994 mit dem Preis des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR), der damals erstmals vergeben wurde, ausgezeichnet.

Ein Jahr später, im September 1995 wurde Maria Loley für ihre beispielhafte Arbeit mit dem Kreisky-Anerkennungspreis für Menschenrechte ausgezeichnet und vom ORF-Landesstudio Niederösterreich zur "Frau des Jahres 1994" gewählt. Im selben Jahr wurde sie Opfer eines Briefbomben-Attentates.

Als Reaktion auf diesen schrecklichen Anschlag, zitierte sie ein afrikanisches Sprichwort, mit dem sie zeigte, dass sie auch ein solches feiges Attentat nicht von ihrem Weg abbringen kann: "Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann können sie die Welt verändern."

Maria Loley gründete in den Jahren darauf den Verein "Bewegung Mitmensch - Hilfe für Menschen in Not". Freie MitarbeiterInnen und professionelle Kräfte stehen im Einsatz für In- und AusländerInnen, ob in geistig-seelischer Not oder in materiellen und rechtlichen Schwierigkeiten. Die Bewegung Mitmensch verfolgt als weiteres Ziel die Sensibilisierung der Gesellschaft für mehr Mitmenschlichkeit.

Im Juni 1998 wurde ihr als Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit im Dienste der Mitmenschlichkeit, das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl verliehen.

Maria Loley wurde in Würdigung ihres besonders persönlichen, sozialen Engagements, vor allem in der Flüchtlingsintegration in Poysdorf und bei der Gründung der Sozialstation Poysdorf als Modell der mobilen Betreuung alter und kranker Menschen in ihrer Wohnung das Bundes-Ehrenzeichen verliehen.

Lebenslauf Prof. Albrecht Karl Konecny, Mitglied des Bundesrates

Albrecht K. Konecny zählt zu den wichtigsten Intellektuellen der SPÖ. Er studierte Jus in Wien und war schon während dieser Zeit Mitarbeiter der "Sozialistischen Korrespondenz". Er wurde 1966 Pressereferent des Klubs der damaligen "Sozialistischen Partei Österreichs" im Parlament und wechselte 1970 an das Institut für empirische Sozialforschung. Als Generalsekretär dieses Instituts von 1970 bis 1977 war er in einer Zeit tätig, in der erstmals Meinungsumfragen und Sozialforschung insgesamt für die Politik eine große Bedeutung erlangten.

Von 1977 bis 1979 war er Mitarbeiter des Zentralsekretariats der SPÖ sowie Herausgeber und Geschäftsführer der damaligen "Neuen Arbeiter Zeitung" und von 1979 bis 1986 Chefredakteur der Zeitschrift "Zukunft", der programmatischen Zeitschrift der SPÖ.

Prof. Albrecht K. Konecny übte und übt viele verschiedene politische Funktionen aus. Er engagierte sich im Verband Sozialistischer Studenten Österreichs und ist seit 1974 Mitglied des Bundesparteivorstandes der Sozialdemokratischen Partei. Von 1974 bis 1980 war er Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft "Junge Generation" und seit 1980 ist er Bezirksparteivorsitzender-Stellvertreter der SPÖ Wien-Währing.

Als Abgeordneter zum Nationalrat und seit 1987 Mitglied des Bundesrates war und ist er für Vorlagen, die aus dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten kommen, einschließlich jener Vorlagen, die "EU-Koordination", "Osthilfe" und "IAEO" betreffen, zuständig. In den Jahren 1995 und 1996 war er auch kurz Mitglied des Europäischen Parlaments. Seit ist er 1996 Vorsitzender der Bundesratsfraktion und Internationaler Sekretär der SPÖ. 1999 wurde ihm von Herrn Bundespräsidenten der Berufstitel "Professor" verliehen.

Prof. Albrecht K. Konecny hat eine Reihe von Publikationen vorgelegt. Er war Redakteur der reformerischen Buchreihe "In Sachen", veröffentlichte 1976 die Studie "Sozialismus - von der Utopie zur Realität. Anmerkungen zu einem sozialistischen Programm" und 1979 das Bändchen "Service für den Staatsbürger". Für die "Sozialistische Bibliothek" gab er 1993 den Band "Modelle für die Zukunft" über die Parteiprogramme der SPÖ heraus.

Prof. Albrecht K. Konecny, Mitglied des Bundesrates, wurde in Würdigung seiner bedeutenden Leistungen das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen.

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