Pröll: 2004 beginnt neues Zeitalter für die Abfallwirtschaft

Deponieverordnung bringt Vorteile für Gesundheit und Umwelt -Informationsoffensive „Richtig sammeln. Ist doch logisch!“ vorgestellt

Wien (OTS) Mit 1.1.2004 tritt die bereits 1996 erlassene Deponieverordnung vollständig in Kraft. „Damit beginnt für die Österreichische Abfallwirtschaft ein neues Zeitalter!“, zeigte sich Umweltminister Josef Pröll heute, Mittwoch, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem niederösterreichischen Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka in Wien überzeugt.****

Mit der Umsetzung der Deponieverordnung wird sicher gestellt, dass in den Deponien keine chemischen Reaktionen auftreten, die Boden, Luft oder Wasser gefährden könnten. Der Abfall muss entweder in mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen oder Abfallverbrennungsanlagen vorbehandelt werden. In manchen Bundesländern wird es auf Basis einer Verordnung des Landeshauptmannes regional begrenzte Ausnahmen bis längstens Ende 2008 geben.

„Für Österreichs Umwelt bedeutet die Umsetzung der Deponieverordnung weniger Treibhausgase, weniger Grundwasserbelastung und die Schonung von Ressourcen. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie genutzt und nachfolgende Generationen werden nicht mit der Sanierung teurer Altlasten konfrontiert“, betonte Umweltminister Pröll. Derzeit liegt der jährliche Altlasten-Sanierungsbedarf bei rund 70 Millionen Euro. Die Umsetzung der Deponieverordnung leiste damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, sondern auch zum Grundwasser- und Klimaschutz, so der Ressortchef. Darüber hinaus wird die Umsetzung der Deponieverordnung zum Anlass genommen, das richtige Abfalltrenn- und Sammelverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten durch regionale Informationstätigkeit zu unterstützen.

Die Österreicher sind Europameister beim Trennen und Sammeln von Abfällen. „Daran soll und darf sich auch in Zukunft nichts ändern“, so Umweltminister Pröll. Erhebungen zur Abfallsituation in Österreich belegen, dass die getrennte Erfassung von Altstoffen von 1996 bis 2000 um 30 % von 1,263.000 t auf 1,636.000 t gesteigert werden konnte. Die Folge daraus: weniger als 50% der Siedlungsabfälle wurden auf Deponien abgelagert. Bemerkenswert sind die Steigerungsraten bei Kunststoff (+ 19% auf 107.000 t), bei Biomüll (+ 39%) und Metall (+ 10%). Auch die ohnehin hohen Sammelmengen bei Papier konnten um 30 % gesteigert werden. Das Restmüllaufkommen blieb mit einem leichten Anstieg von plus 4% nahezu stabil. „Um den Müllberg weiter einzudämmen müssen wir verstärkt auch das Bewusstsein für die Vermeidung von Abfällen schärfen“, betonte Umweltminister Pröll.

Was ändert sich ab 2004?
Die getrennte Sammlung von gut verwertbaren Altstoffen wie Papier, Biomüll, Verpackungen aus Glas, Metall, Kunststoff und Verbundstoffen sowie von Problemstoffen bleibe aus ökonomischen und ökologischen Gründen nach wie vor enorm wichtig, so der Minister. Durch die ab 2004 verpflichtende Restabfallbehandlung vor der Deponierung kann es in manchen Regionen Österreichs zu einer geringfügigen Umstellung bzw. Optimierung bei der getrennten Sammlung von Altstoffen kommen. Davon betroffen sind beispielsweise kleine Kunststoffverpackungen. Diese werden mit dem Restmüll thermisch verwertet. Bei der Verbrennung wird das Volumen des Abfalls drastisch verringert und schädliche Substanzen werden zerstört. Der Rest kann umweltgerecht deponiert werden. Die bei der Verbrennung freiwerdende Energie bzw. Abwärme wird genutzt. Das spart Erdöl, Erdgas oder Kohle und verringert den Ausstoß von Luftschadstoffen oder klimaschädigenden Gasen.

„Richtig sammeln. Ist doch logisch!“
Weil Umstellungen und Veränderungen immer auch Unsicherheit bei den Konsumentinnen und Konsumenten auslösen, startet das Lebensministerium gemeinsam mit den Ländern und Vertretern der Abfallwirtschaft eine breit angelegte Informationsoffensive zum Thema Abfallsammlung und -behandlung. Herzstück der auf regionale Sammelvorgaben adaptierbaren Dachkampagne ist die Wort-Bild-Marke „Richtig sammeln. Ist doch logisch!“, die alle Partner verwenden werden. Ihnen steht ein umfangreicher Kommunikationsleitfaden zur Verfügung, der eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten des Slogans beschreibt.

Zum Start der Initiative hat das Lebensministerium unter dem Titel „Richtig sammeln. Ist doch logisch!“ eine Informationsbroschüre mit konkreten Sammeltipps für alle Österreicherinnen und Österreicher aufgelegt. Die Publikation gibt darüber hinaus einen Überblick über die wichtigsten bundesweit gültigen Grundlagen, Änderungen und Auswirkungen der vollständigen Umsetzung der Deponieverordnung. (Die Broschüre ist beim Umweltservice des Umweltministeriums unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 240 260 kostenlos erhältlich.)

Ein weiterer Beitrag des Lebensministeriums ist die Website www.richtigsammeln.at. Sie bietet neben Wissenswertem rund um die Deponieverordnung eine Reihe von Informationen rund um das Thema Abfallsammlung bis auf die Ebene der regionalen Abfallwirtschafts-verbände. Im „Expertenbereich“ stehen den Partnern des Lebensministeriums neben dem Kommunikationsleitfaden sämtliche Kampagnenmodule - vom Muster für Plakate, Anzeigen und Poster über Vorlagen für Aufkleber auf Sammeltonnen bis hin zu Fahrzeugbeschriftungen und Baseballkappen - elektronisch zur Verfügung.

Er sei überzeugt, dass durch die Informationsoffensive, die von allen Akteuren der Abfallwirtschaft getragen wird, die zukunftsweisenden und notwendigen Veränderungen in der österreichischen Abfallwirtschaft transparent und für die Konsumentinnen und Konsumenten verständlich kommuniziert werden können, so Umweltminister Josef Pröll. Denn es hänge auch von der Initiative jedes Einzelnen ab, ob Österreichs Abfallwirtschaft den Sprung zur Nachhaltigkeit, zum Klimaschutz und zum verbesserten Grundwasserschutz optimal schaffen könne. „Mit der Deponieverordnung sind die Weichen jedenfalls richtig gestellt!“, betonte Pröll abschließend.

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