Unterreiner: FPÖ lehnt höchste Ehrung durch die Stadt Wien für Hermann Nitsch ab

Wien, 2003-11-05 (fpd) - „Am Dienstag wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Wiener Gemeinderat die „Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold“ an Hermann Nitsch wegen seiner „großen Verdienste um die Stadt Wien“ beschlossen. Diese höchste Wertschätzung einer Person gegenüber, die sich seit Jahrzehnten über gemeinsame Grundwerte unserer Gesellschaft hinwegsetzt tragen wir nicht mit. Hermann Nitsch hat sich einen Namen gemacht, indem er mit den Stilmittel der Provokation religiöse, ethische und moralische Werte unserer Kultur pervertiert und diese Provokation zur Kunst erklärt“, kritisierte heute die Kultursprecherin der Wiener Freiheitlichen, Mag. Heidemarie Unterreiner. ****

In seinen Werken, wie z.B. dem „Orgien- Mysterien- Theater“ nimmt er sich die „künstlerische Freiheit“, blasphemische Gefühle und Gedanken zu transportieren, wegen der er – so sehen es viele Menschen – eher missachtet als geehrt werden sollte. So ist etwa sein künstlerische Bild von Christus das eines Schlächters, eine Sodomisten und eines Vergewaltigers und nicht das eines Erlösers. Die Beschreibungen von Leichenschändungen, z.B. eines kleinen Mädchens sind derartig grauenhaft, dass sich viele Menschen zu recht fragen, wie man überhaupt auf so unmenschliche Gedanken kommen kann.

„Sich hier auf die Freiheit der Kunst zu berufen ist falsch, denn es gibt Grenzen in der Freiheit der Kunst. Wenn Nitsch sich nicht selbst diese Grenzen setzt, muss das die Gesellschaft tun, denn der grenzenlose und tabulose Freiheitsbegriff in der Kunst führt in einer Abwärtsspirale ins Nichts. Es gibt dann nichts mehr, was in unserer Gesellschaft achtenswert, ehrenswert und heilig ist“, erklärte Unterreiner.

Nitsch selbst meint, er sei mit Bach und mit Leonardo da Vinci vergleichbar, er halte der Gesellschaft einen Spiegel vor und man lehne sein Werk nur ab, weil man es nicht ertragen könne, zu sehen, wie man selber wirklich sei. Damit spricht er den Menschen jegliches Streben nach Höherem ab und will sie im „Schlachthaus“ des Lebens verhaftet bleiben sehen. Er nimmt für sich das Recht auf jegliche Freiheit heraus und gleichzeitig spricht er den anderen das Recht ab, die eigene Meinung zu äußern. Er wirft denjenigen, die sich durch seine „Kunstwerke“ verletzt und provoziert fühlen Unfähigkeit vor, seine Kunst zu verstehen. Der selbe Mechanismus wird auch von denjenigen angewendet, die Nitsch auf eine Sockel heben, ihn verherrlichen und ihn mit Auszeichnungen überhäufen.

„Hingegen setzen wir Freiheitlichen unsere Tradition fort, die schon vor 150 Jahren mit der Forderung nach Meinungs- und Pressefreiheit begonnen hat, indem wir uns als Sprachrohr jener Menschen in unserem Land sehen, die ihre Meinung in Kunstfragen auch offen äußern wollen ohne gleich als kleinkarierte Banausen und Kunstunsinnige niedergemacht und verspottet zu werden, wenn sie sich nicht die Meinung „Kunstmacher“ beugen“, sagte die FP-Kultursprecherin.

„Ich erwarte mir von jemanden, der eine hohe Auszeichnung in unserer Gesellschaft erhält und von denjenigen , die diese Auszeichnungen verleihen – wenn sie schon den Glauben der Christen nicht teilen und nicht verstehen, was das Bewahren des Christentums für unsere Kultur bedeutet – wenigstens, dass sie das religiöse Bekenntnis ihrer Mitbürgern respektieren. Anstatt blasphemischen Gefühlen Raum zu geben sollte man das, was anderen Menschen heilig nicht besudeln“.

Auffallend in diesem Zusammenhang ist es immer wieder, dass Künstler wie Nitsch, Mühl oder Haderer, die alle mit Verspottung christlicher Symbole und Werte auffallen, es nie wagen, andere Religionsgemeinschaften, etwa die islamische oder jüdische, anzugreifen. Hier drängt sich der Gedanke auf, dass die Provokation als Strategie eingesetzt wird, um marktschreierisch den eigenen Marktwert zu erhöhen ohne jedoch sich der Gefahr aussetzen zu müssen, wirklich dafür missachtet oder geächtet zu werden. Man weiß, dass sich die höchsten Repräsentanten des jüdischen und islamischen Glaubens vehement dagegen verwehren wenn ihre religiösen Symbole in den Schmutz gezogen werden, während die offiziellen Kirchenvertreter der christlichen Glaubengemeinschaften zu oft schweigen.

Völlig unverständlich ist es jedenfalls, dass die Wiener ÖVP als christliche Partei einer hohen Ehrung für Nitsch die Zustimmung erteilt. „Weder die radikal blasphemische Ausrichtung seines Kunstverständnisses noch die fehlende Achtung vor Mensch und Tier dürfte für die Wiener ÖVP Grund genug sein, dieser hohen Wiener Ehrung die Zustimmung zu verwehren“.

„Nitsch lebt seine Obsessionen mit Tierschlachtungen und orgiastischen Festen offen aus. Da diese Lebensweise von einem großen Teil der Bevölkerung nicht geachtet wird, ist eine offizielle hohe Wertschätzung durch die Stadt Wien nicht gerechtfertigt“, so Unterreiner abschließend. (Schluss)

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