Jugendarbeitslosigkeit steigt dramatisch: AK fordert Sofortmaßnahmen des Landes!

Linz (OTS) - Angesichts der jüngsten Daten zur Arbeitslosigkeit fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer vom Land Oberösterreich 11 Millionen Euro zusätzliche Qualifizierungsmittel, die vor allem jungen Arbeitslosen und Lehrstellensuchenden zugute kommen sollen. Darüber hinaus müssen die Investitionen des Landes stark erhöht werden, um die Konjunktur tatsächlich in Schwung zu bringen.

Die im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ niedrigen Arbeitslosenzahlen Oberösterreichs sind erfreulich, können aber über zwei Fakten nicht hinwegtäuschen. Erstens: Obwohl die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich in den letzten Monaten eine leicht sinkende Tendenz aufweist, liegt sie nach wie vor deutlich über dem Niveau des Jahres 2000 (vor Beginn des von der schwarz-blauen Bundesregierung mitverursachten Konjunktureinbruchs). Zweitens ist der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mit 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr besorgniserregend. Besonders betroffen sind die jungen Frauen, bei denen der Anstieg sogar 10,9 Prozent beträgt!

Vor diesem Hintergrund fordert die Arbeiterkammer eine wesentlich aktivere und vor allem vernünftigere Wirtschaftspolitik auf Bundes-und auch Landesebene. "Neben einem generellen Konjunkturbelebungsprogramm muss gezielt in die Arbeitsmarktpolitik investiert werden, um sowohl kurzfristig als auch nachhaltig die Arbeitslosigkeit zu senken!" betont AK-Präsident Kalliauer. Eine zentrale Zielgruppe dabei sind die Jugendlichen, ein wesentlicher Ansatzpunkt ist die zukunftsorientierte berufliche Ausbildung.

Oberösterreich bekommt den krampfhaften, falschen Sparwillen des Finanzministers im Bereich der Arbeitsmarktpolitik besonders deutlich zu spüren. Im kommenden Jahr droht eine Kürzung des Budgets für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um bis 15 Millionen Euro (fünf Millionen Normalbudget, zehn Millionen Jugendsonderprogramm).

Mit Oktober ist der Zustieg in das Jugendprogramm FIXSTART beendet worden. Die sogar weiter steigende Jugendarbeitslosigkeit erfordert unbedingt ein Nachfolgeprogramm (plus Budget). Wichtig dabei ist aber, dass beim Nachfolgeprogramm mehr Augenmerk auf die Maßnahmeninhalte gelegt wird. Bei FIXSTART ging es der Bundesregierung ja hauptsächlich darum, die Zahl der ausgewiesenen jugendlichen Arbeitslosen durch verstärkte Schulungen im Jahresdurchschnitt um 5000 zu senken.

Auch wenn Arbeitsmarktpolitik eigentlich in den Aufgabenbereich der Bundesregierung fällt, ist das Land gut beraten - so wie in der Vergangenheit - Eigeninitiative zu zeigen. Zu diesem Zweck soll das Land 2004 zusätzliche 11 Millionen Euro für den territorialen Beschäftigungspakt bereitstellen. Im schlimmsten Fall um die Kürzung der Bundesmittel für das Arbeitsmarkservice Oberösterreich weitgehend zu kompensieren, im günstigsten Fall zur Finanzierung einer Qualifizierungsoffensive, die mehr bildungswilligen Arbeitslosen, aber auch Beschäftigen eine Verbesserung ihrer Qualifikation ermöglicht.

Einen erheblicher Teil dieser Mittel wird für die erforderliche Verbesserung des Auffangnetzes für Lehrstellensuchenden benötigt, damit tatsächlich jeder Jugendliche ein Ausbildungsangebot erhält. Bei den 19- bis 24-jährigen Arbeitslosen geht es darum, Mängel oder Fehler aus der Erstausbildung zu kompensieren.

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