Prets: Karas-Kritik zur Gleichbehandlung sachlich unrichtig

Volle Unterstützung für Kommissions-Vorschlag zu Unisex-Versicherungstarifen

Wien (SK) Wenn Othmar Karas heute energischen Widerstand für den Fall ankündigt, dass die von EU-Kommissarin Diamantopoulou morgen vorgestellte Gleichbehandlungs-Richtlinie Unisex-Tarife für Versicherungen vorschreibt, dann kann ich ihm dabei nur viel Glück wünschen." Mit heftiger Kritik reagiert Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und EP-Berichterstatterin zu dieser Richtlinie, auf die jüngsten Aussagen des konservativen EU-Parlamentariers. "Es ist bezeichnend, dass die ÖVP sich wieder einmal nur als Sprachrohr der Industrie-Lobby versteht und dafür völlig unbestreitbare Ungleichbehandlungen in Kauf nimmt. Wenn jetzt schon vor der Veröffentlichung des Richtlinien-Vorschlags seitens der Volkspartei Gegenmaßnahmen angekündigt werden, dann werden wir dagegen ebenfalls mit aller politischer Vehemenz ankämpfen." Die Forderung nach gleichen Versicherungsprämien für Männer und Frauen sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern lasse sich auch durch objektive Fakten untermauern, betonte Prets am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Prets: "Frauen sollen für private Pensionsversicherungen höhere Beiträge bezahlen, aber sich gleichzeitig im Ruhestand mit niedrigeren Erträgen abfinden. Das ist niemandem zu erklären!" Darüber hinaus sei es eine Tatsache, dass Frauen gesünder leben und dies zu ihrer höheren Lebenserwartung beitrage. "Es ist ja geradezu absurd, dies zu bestrafen." Auch gebe es mittlerweile genügend Untersuchungen, die in den nächsten Jahrzehnten eine weit gehende Angleichung der Lebenserwartung von Männern und Frauen vorher sagen.

Deshalb seien die heutigen Aussagen von Karas ein Schnellschuss. "Erst sollte man der EU-Kommissarin die Möglichkeit geben, ihren Vorschlag der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und dann sollte sich jeder Kritiker überlegen, wie er es mit der gesellschaftlichen Solidarität hält." Gehe es nach den Konservativen, dann sollten Frauen bei der privaten Krankenversicherung ganz offensichtlich dafür benachteiligt werden, dass sie Kinder bekommen und damit das Pensionssystem sichern. Gleichzeitig werde gerade hier immer wieder dramatisiert. So betrage etwa der Anteil der Mutterschaftsleistungen an der staatlichen Krankenversicherung entgegen anderer Annahmen lediglich 4,7 Prozent. Gleichzeitig, so Prets weiter, "sollen sich Frauen mit einer deutlich geringeren staatlichen Durchschnittspension als Männer abfinden und dann auch noch bei der privaten Vorsorge mit höheren Prämien benachteiligt werden. Die Argumentation der Gegner entbehrt jeder sachlichen Grundlage!"

Abschließend betont Prets, dass es in den nächsten Monaten neben dem Einsatz für die Gleichbehandlungs-Richtlinie auch um Aufklärungsarbeit gehen werde. "Ein erst vor kurzem von mir im Europäischen Parlament veranstaltetes Symposium hat klar aufgezeigt, dass sich viele Frauen der Ungleichbehandlung durch die Versicherungen gar nicht bewusst sind. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Denn gerade mit der Pensions- und Gesundheitsreform wird die Eigenverantwortung eine immer größere Rolle spielen. Deshalb dürfen sich Frauen von den Versicherern nicht länger benachteiligen lassen. Am Ende der Debatte muss jedenfalls ein fairer Ausgleich zwischen Männern und Frauen stehen." (Schluss) up/mp

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