Prammer zu EU-Antidiskriminierungsrichtlinie: Wo bleibt die Stimme Rauch-Kallats?

Wien (SK) "Wo bleibt die Stimme der Frauenministerin in der
Frage der morgen in Brüssel anhängigen EU-Antidiskriminierungsrichtlinie?", mahnte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer die Unterstützung Rauch-Kallats bei den Bemühungen der EU-Kommissarin Diamantopolou um die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie ein. Konkret soll damit die geschlechtsspezifische Diskriminierung beim Kauf von Dienstleistungen - auch Versicherungen - unterbunden werden. ÖVP-Europaparlamentarier Otmar Karas sprach heute von falsch verstandenem Gleichstellungskampf. "Ich erwarte mir, dass sich die Frauenministerin in dieser Angelegenheit unmissverständlich auf Seiten der Frauen stellt", betonte Prammer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Die Tatsache, dass Schwangerschaft im Versicherungsjargon als 'Risiko' bezeichnet wird, so Prammer weiter, sei an sich schon eine Diskriminierung. "Mit den höheren Beiträgen in privaten Zusatzkrankenversicherungen werden Frauen dafür bestraft, dass sie Kinder zur Welt bringen. Außerdem werden alle Frauen in einen Topf geworfen - auch jene die zum Beispiel nie Kinder bekommen können, trotzdem mehr einbezahlen und weniger herausbekommen."

Die "Absurdität" der Versicherungen, so vehement die unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen zu verteidigen, sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich die Lebenserwartung von Frauen und Männer immer mehr annähert. "Was somit auch Männer zu einem 'Risikofaktor' für Versicherungen machen würde. Die Ungleichbehandlung bei der Prämiengestaltung wird auch durch die Tatsache widerlegt, das schon jetzt 86 Prozent der Frauen und Männer statistisch gesehen gleich alt werden", betonte Prammer. "Völlig unerklärlich aber ist mir, dass die Höhe der Prämien teilweise bis zu 90 Prozent auseinander klafft", betont Prammer.

"Klare Worte der Frauenministerin zu dieser für Frauen so wesentlichen Angelegenheit waren bisher leider nicht zu vernehmen. Umso wichtiger ist es, dass sie nach den Aussagen ihres Parteikollegen Karas Stellung bezieht", so Prammer abschließend. (Schluss) up

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