ÖGB-NÖ-Staudinger zu ÖBB-Streik: Eisenbahner wehren sich zu Recht

Zerstückelung der Bahn führt zu neuen Schulden

Wien (ÖGB-NÖ). "Die Belegschaft der ÖBB wehrt sich zu Recht gegen eine Reform, die nicht nur die Konkurrenzfähigkeit der Schiene massiv herabsetzt sondern auch Eingriffe in die persönlichen Dienstverträge der Bediensteten zum Inhalt hat", erklärt Josef Staudinger, Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich. "Ich halte es demokratiepolitisch für äußerst bedenklich, dass zu Maßnahmen gegriffen wird, die es bereits einmal im Jahr 1934 gegeben hat", so Staudinger weiter. Er lehnt die Privilegiendebatte ab: "Die Gewerkschaft der Eisenbahner ist zu Verhandlungen bereit. Immer wieder hervorgezauberte Schauergeschichten können nicht davon ablenken, dass diese Reform auch eine Zerstückelung der ÖBB bedeutet."++++

Experten schätzen, dass durch diese Zerstückelung zusätzliche Mehrkosten von 100 Millionen Euro entstehen würden. Durch diese Bundesbahnreform wäre die Bahn gezwungen, zusätzliche Schulden aufzunehmen. Um diese Schulden zu bedienen, müssten in der Folge die Tarife für den Personen- und Güterverkehr drastisch erhöht werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene würde noch mehr darunter leiden.

Bei den ÖBB sind über 47.000 Menschen beschäftigt. Staudinger:
"Das ist eine Größenordnung, die einen angemessenen Umgang verdient." Der Gewerkschafter wünscht sich alle Beteiligten wieder an den Verhandlungstisch zurück: "Es ist sooft bewiesen worden, dass gute Lösungen herauskommen wenn alle vernünftig miteinander reden. Es kann nicht sein, dass einfach nach dem Motto 'friss Vogel oder stirb' ein Papier auf den Tisch geknallt wird, überhaupt wenn soviel auf dem Spiel steht." (sk)

ÖGB, 4. November 2003
Nr. 913

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