AK verlangt 10.000 Anfänger-Plätze an Fachhochschulen

Fachhochschulbericht bestätigt Platzmangel und Wildwuchs im Ausbau

Wien (AK) - Den Ausbau der Fachhochschulen auf 10.000 AnfängerInnen-Plätze bis 2008 verlangt Johanna Ettl, Leiterin des AK Bereichs Bildung: "Nach wie vor herrscht an den Fachhochschulen akuter Platzmangel, zeigt jetzt auch der aktuelle Fachhochschulbericht. Vor allem brauchen wir endlich mehr Plätze in den Ballungsräumen und in Studiengängen für Informationstechnologie und im Bereich Gesundheut und Soziales." Denn laut Fachochschulbericht 2002/2003 kommt im Bundesschnitt ein Platz auf zwei bis drei BewerberInnen, in manchen Studiengängen gibt es aber oft nur einen Platz für gleich zehn BewerberInnen. Ettl fordert von der Regierung den Ausbau gut eingeführter, bestehender Fachhochschul-Studiengänge. Die jüngste Ankündigung der Bildungsministerin, bis 2010 insgesamt 30.000 Fachhochschul-Plätze schaffen zu wollen, kritisiert Ettl als "Versprechen ohne Wert": Laut Fachhochschulbericht wird dieses Ziel bereits durch Fortschreibung des jetzigen Entwicklungsstands erreicht."

"Der Bund zieht sich immer mehr aus der der Finanzierung der Fachhochschulen zurück und überlässt es den Ländern, neue Studiengänge zu bezahlen", kritisiert Ettl. Auch die angekündigte Erhöhung der Fachhoschschul-Förderung um 10 Millionen Euro im Jahr 2004 bedeute in Wirklichkeit eine Kürzung. Die "Erhöhung" müsse damit gegengerechnet werden, dass im Budget für 2004 bereits um 30 Millionen weniger für die Fachhochschulen angesetzt sind. Vor dem Hintergrund der Kürzungen entsteht Wildwuchs bei der Fachhochschul-Entwicklung: Plätze werden dort eingerichtet, wo Länder und Gemeinden in der Finanzierung einspringen - und nicht dort, wo die Studierenden Plätze brauchen, zeigt jetzt auch der Fachhochschulbericht. An 13 von 30 Standorten für Fachhochschulen wird es auch im Vollausbau keine 1.000 Studienplätze geben. Umgekehrt sind unter den Studiengängen, für die sich überdurchschnittlich viele bewerben, großteils Angebote in Ballungsräumen. Und nach wie vor herrscht großer Platzmangel in Studiengängen für Informationstechnologie und für Gesundheit und Soziales.

"Statt Kürzungen brauchen wir verstärkten Ausbau der Fachhochschulen", verlangt Ettl: Bis zum Jahr 2008 soll es 10.000 AnfängerInnen-Plätze geben. Ausgebaut werden sollen bereits bestehende, gut eingeführte Studiengänge, und zwar dort, wo die Studierenden sie brauchen. Mit dem Wildwuchs bei der Fachhochschul-Entwicklung muss Schluss sein. Dafür muss der Bund sorgen, sagt Ettl.

Nachholbedarf gibt es weiterhin bei Plätzen für Frauen - nur ein Drittel der Studierenden ist weiblich, zeigt der Fachhochschulbericht. Ebenso werden immer noch zu wenige Studierende ohne traditionelle Matura aufgenommen (10,5 Prozent der AnfängerInnen), ist das Angebot von Studiengängen für Berufstätige rückläufig (26,2 Prozent der AnfängerInnen). Angebote für Berufstätige müssen vom Bund bevorzugt gefördert werden, verlangt Ettl, und es muss mehr Angebote geben, damit Frauen ein Fachhochschulstudium ergreifen.

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