VP-Salcher: SPÖ muss aus Rabenhofdebakel Konsequenzen ziehen

ÖVP plant Übermittlung des Kontrollamtsberichts an die Staatsanwaltschaft

Wien (ÖVP-Klub): "Wenn die Stadtregierung den dramatischen Bericht des Kontrollamts zum Rabenhoftheater nicht an die Staatsanwaltschaft übermittelt, wird das die ÖVP-Wien tun", mit dieser Ankündigung lies VP-Wien Kultursprecher LAbg. Andreas Salcher in der aktuellen Stunde des heutigen Gemeinderats aufhorchen. Salcher verwies auf die ausschließliche Verantwortung von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny für das Rabenhoftheater spätestens ab November 2001.

Zu diesem Zeitpunkt bestellte er den damaligen Leiter Welunschek trotz intensiver Warnungen von unabhängigen Experten und der Opposition erneut zum Intendanten. Die Umstände des kaufmännischen Fiaskos (so wörtlich der Kontrollamtsbericht) mussten dem Kulturstadtrat zu diesem Zeitpunkt längst bekannt gewesen sein, Mailath-Pokorny konnte sich aber gegen die Wünsche seines Kultursprechers Woller nicht durchsetzen. Aufgrund der insgesamt 2,5 Millionen Euro, die in den Rabenhof flossen, sind andere Theater der Stadt geschlossen worden, zahllose Projekte wurden aus budgetären Gründen abgelehnt, die Szene hat seit acht Jahren keine spürbaren Subventionserhöhungen erhalten.

Als besonders dramatisch bezeichnete Salcher auch die Situation des Rabenhoftheaters im Jahr 2003, in dem seit Mai nicht mehr gespielt wurde: "Im Dezember 2002 lies Mailath-Pokorny dem Rabenhof nochmals 581.000 Euro auszahlen. Da pfiffen es schon die Spatzen von den Dächern, wie skandalös es im Rabenhof zuging." Salchers abschließender Vergleich: "Wenn man die Lage des Rabenhoftheaters mit einem Fußballspiel vergleichen wollte, so könnte man sagen, das SPÖ-Rabenhofteam liegt mit 1:7 im Rückstand, drei seiner Spieler sind ausgeschlossen und Teamchef und Tormann stehen im Eck und rauchen. Der Trainer, in diesem Fall Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, sagt, ja es gibt ein paar Probleme aber von der 17.bis zur 26. Minute haben wir ausgezeichnet gespielt, wen interessiert der Rest?"

Marboe: Woller und Mailath-Pokorny allein verantwortlich

VP-Stadtrat Peter Marboe verwies darauf, dass die Gründung des Rabenhoftheaters unter Welunschek im Jahr 2000 gegen seinen ausdrücklichen Willen erfolgte und der Vertragsabschluss mit dem Theater in der Josefstadt hinter seinem Rücken stattfand.
Marboe meinte zum damaligen Verhalten von SP-Kultursprecher Woller und der anschließenden Politik von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny:
"Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, und die beiden sitzen jetzt bis zum Hals im Grubenwasser. 2,5 Millionen weg, und ein amtlich bestätigtes Fiasko im Rabenhof."

Wer die gegenwärtige Kritik der Theaterszene nicht ernst nehme, der schätze die Situation völlig falsch ein, warnte Marboe. Die Wiener TheatermacherInnen seien über den Umstand verbittert, dass das parteipolitische Intervenieren wieder funktioniere, ebenso wie der Umstand, dass es Stillstand und Ablehnung von neuen Projekten gebe. Der VP-Stadtrat verwies in Bezug auf die gescheiterte Besetzungspolitik Mailath-Pokornys im Rabenhoftheater auf die unter Marboes Leitung erfolgte - und bis heute unumstrittene -Ausschreibung des Schauspielhauses, dessen Leitung auch im internationalen Vergleich bemerkenswerte Erfolge feiere.

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