Haubner: OECD-Bericht liefert Gesamtbild über Vereinbarkeit in Österreich

Mehr Unterstützung für Kleinkinder als in anderen OECD-Ländern

Wien (BMSG/OTS) - Österreich hat sich gemeinsam mit Irland und Japan an der zweiten OECD Länderprüfrunde zum Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beteiligt. Der heute parallel in allen beteiligten Ländern präsentierte Bericht liefert eine gelungene Analyse der Ist-Situation. Durch die direkte Gegenüberstellung der drei Länder treten Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme deutlich hervor.

"Der Bericht liefert einen umfassenden Überblick über familienfreundliche Maßnahmen. Allerdings fehlen die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern weitgehend, denn bei der Problematik von Vereinbarkeit von Familie und Beruf dominiert ein wirtschaftlicher Blickwinkel. Genauso wichtig wie die Bedürfnisse der Wirtschaft sind aber auch die Wünsche der Eltern, ihr persönliches Lebensmodell verwirklichen zu können. Diesem Aspekt wird bei dem vorliegenden Bericht weniger Bedeutung gegeben", bezieht sich Familien-Staatssekretärin Ursula Haubner auf die Intention des Berichtes.

"Familie und Beruf dürfen sich nicht im Wege stehen, aber auch die Entscheidung für eine Phase des Zurücknehmens oder Ausstiegs aus dem Beruf für die intensive Zeit der Kleinkindbetreuung soll möglich sein", betont Haubner in ihrer Stellungnahme. Beides sei für die gesamte Gesellschaft wichtig, die Leistungen in der Familie genau so wie die Beteiligung der Frauen an der Erwerbsarbeit. "So viel Freiheit wie möglich, soviel rechtlicher Anspruch wie notwendig", dieses Motto stellt Haubner über die Vereinbarkeit.

Zwt.: Mehr Unterstützung für Kleinkinder als in anderen OECD-Ländern

Auch der OECD-Bericht hebt die hohe Kleinkindförderung hervor, und mit der Ausweitung der Elternteilzeit bis zum 7. Lebensjahr wurde bereits eine Empfehlung der OECD vorweg genommen. "Ebenfalls ist die OECD der Überzeugung, mit dem Audit Familie & Beruf ein wirksames Vereinbarkeits-Instrument zur Verfügung zu haben", freut sich Haubner, die darauf hinweist, dass die finanziellen Mittel für den weiteren Ausbau bereits im Budgetbegleitgesetz sicher gestellt wurden.

Zwt.: Österreich hat höchste Frauenerwerbsquote

"Der beste Beweis für die Wirksamkeit österreichischer Vereinbarkeitspolitik ist in der höchsten Frauenerwerbsquote zu sehen", so Haubner, "denn der Ausstieg ist nicht wie beim seinerzeitigen Karenzgeld programmiert." Allein durch die Zuverdienstmöglichkeit hat sich bei den Kindergeld-Beziehenden von Jänner bis Dezember 2002 die Zahl derjenigen verdoppelt, die über der Geringfügigkeitsgrenze erwerbstätig sind. Insgesamt war rund ein Viertel der Kindergeld-Bezieher/innen zu Jahresende 2002 im Erwerb.

Zwt.: Verbesserter Zugang zu erschwinglicher und qualitätsvoller Kinderbetreuung

"Wenn die OECD empfiehlt, den Eltern selbst und nicht den Dienstleistungserbringern die Subventionen zu geben, so kommt das auch unserem eigenen Anliegen entgegen", so Haubner. "Denn auch wir wollen, dass die Bundesländer das Kindergeld bis zum Schuleintritt ausbauen und ein Teil davon als Sachleistung für eine externe, qualitätsvolle Kinderbetreuung gebunden sein soll."

Zwt.: Geburtenentwicklung in Österreich stabilisiert

Mit der Einführung des Kindergeldes stieg im Jahr 2002 die endgültige Zahl der Geburten um 2.941 auf 78.399 (3,6 %) und verzeichnete damit erstmals seit den frühen 90er Jahren einen spürbaren Anstieg und einen Geburtenüberschuss von 2.268 Personen (2001: 691). Die vorläufige Summe in den letzten 12 Monaten von Sept. 2002 bis August 2003 war um 1,3 % höher als in der vorangegangenen gleichen Zeitperiode.

"Konkrete Aussagen zur Geburtenentwicklung im Zusammenhang mit den Familienleistungen können trotzdem nicht getroffen werden", ist Staatssekretärin Haubner überzeugt. "Eine Stabilisierung der Geburtenzahlen auf einem höheren Niveau zeichnet sich jedoch ab". Grundsätzlich sei der Kinderwunsch in Österreich mit 1,9 Kindern gleich geblieben. Daher gelte es weiterhin, die Rahmenbedingungen für die Verwirklichung auf hohem Standard zu halten und weiter zu entwickeln. (Schluss) bxf

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