Grüne sehen Radkapitel im MasterPlanVerkehr als wesentlichen verkehrspolitischen Erfolg

Chorherr: "Neben Licht auch viel Schatten im Master Plan Verkehr 2003."

Wien (Grüne)- "Der heute im Gemeinderat zur Beschlußfassung vorliegende MasterPlanVerkehr 2003 besteht aus Licht und Schatten. Neben einigen wesentlichen Neuerungen z.B. im Radverkehrsbereich hält der Masterplan auch an jenen Strassenbauprojekten fest, denen wir immer kritisch gegenüber gestanden sind, Stichwort Lobauautobahn", so der Klubobmann der Wiener Grünen, Christoph Chorherr und weiter:
"Daher stimmen wir bei den einzelnen Kapiteln auch unterschiedlich ab." Neben dem motorisierten Individualverkehr werden auch u.a. die Kapitel Ruhender Verkehr, Flugverkehr, Kosten und Prioritäten abgelehnt.

Zu den wesentlichen Erfolgen im Bereich Radverkehr zählen u. a.:
- Die Einrichtung eines Radverkehrsmanagements, das mit ausreichenden Ressourcen und Durchrgiffsrecht gegenüber den ausführenden Abteilung zur Umsetzung der Masterplan Radverkehrsmaßnahmen ausgestattet ist - Die qualitativen Verbesserungen im bestehendenden Hauptradverkehrsnetz mit entsprechenden Ausbaustandards wie Leistungsfähigkeit, Überholmöglichkeit, klare Linineführung inkl. Beschilderung etc..
- Für den Ausbau werden bis 2008 30 Mio EUR budgetiert. Zu den prioritäten Projekten zählen z.B. der Rad-Ring-Rund, Querungen der Inneren Stadt oder das Wiental: Hadersdorf-Pilgrambrücke.
- Öffnen der Einbahnen für RadfahrerInnen. Radfahren gegen die Einbahn soll nicht Ausnahme, sondern Regel werden!
- Weiterer Ausbau der Fahrradabstellplätze, die ua aus Mitteln der Parkometerabgabe finanziert werden können.

Zwt.: Mit Vorbehalten erfolgt die Zustimmung beim Kapitel "Öffentlicher Verkehr".

Das Kapitel enthält etliche Maßnahmen, die seitens der Wiener GRÜNEN schon seit Jahren gefordert werden. Zum Beispiel sind der forcierte Neubau von Straßenbahnlinien und der Zentralbahnhof Wien wesentliche Anliegen. Dennoch gibt es auch kritische Punkte. So ist U6-Verlängerung nach Stammersdorf ein Projekt, an dessen Sinnhaftigkeit kaum jemand aus dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Lehner glaubt. Aus Sicht der Wiener GRÜNEN ist wesentlich, daß die Errichtung einer Schnellstraßenbahn zum Vorteil der Floridsdorfer Bevölkerung möglichst rasch in Angriff genommen wird. Die U6 Verlängerung würde um das Fünffache mehr als die sog. Super-Bim kosten, deutlich später fertig werden und nur 2 Minuten Zeitersparnis zwischen Floridsdorf und Rendezvousberg bringen.

Ausserdem werden längerfristige Optionen für unsinnige Projekte offen gehalten. So ist z.B. das Projekt U5 nach Hernals absolut ineffizient, weil diese Destination sinnvoller, schneller und wesentlich kostengünstiger durch bestehende Straßenbahnlinien (in der Währingerstraße) bedient werden kann.

"Zudem", kritisiert Chorherr, "wird im Masterplan die S-Bahn ausgeklammert, weil ein neues S-Bahnkonzept erst im Dezember 2003 vorliegen soll. Insofern können die Absichten der Stadt Wien zur S-Bahn gar nicht bewertet werden. Nachdem die S-Bahn natürlich ein wichtiger Verkehrsträger ist, fragen wir uns, wieso Stadtrat Schicker nicht noch ein Monat warten hätte können, um die Ergebnisse dieses S-Bahnkonzepts in den Masterplan einzuarbeiten."

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