Hagenhofer: Durch ÖBB-Aufteilung droht Chaos

Wien (SK) "Niemand ist gegen eine sinnvolle Modernisierung der Bahn, aber jeder gegen eine Desorganisation, nämlich Vierteilung", so die Einschätzung der oberösterreichischen SPÖ-Abgeordneten Marianne Hagenhofer. Ein Eckpunkt der ÖBB-Reform der Bundesregierung sei die Aufteilung in mehrere selbständige Geschäftsbereiche mit dem wahrscheinlichen Zweck der späteren Privatisierung. Trotz der Warnungen seitens Experten wie von der TU Graz, Belegschaftsvertreter und Gewerkschaft halte die Regierung an dieser Vorgehensweise fest, wie erst kürzlich von Staatssekretär Kukacka (ÖVP) wieder bestätigt wurde. Auch negative Beispiele wie die desaströse Situation der privatisierten Eisenbahn in England blieben unberücksichtigt. ****

"Mit der Aufteilung in vier Gesellschaften wird das Kundenservice endgültig den Bach runter gehen", prophezeit die passionierte Bahnfahrerin Hagenhofer. Die Reform werfe ihre Schatten voraus, mit dem Ergebnis, dass Bahnkunden bereits derzeit negative Erfahrungen machen müssten.
"Das Personal ist verunsichert und teilweise nicht in der Lage, einfache Tätigkeiten wie Auskünfte über Verspätungen zu erteilen", berichtet die Abgeordnete. Um eine derartige Auskunft zu bekommen, werde man "aus Kompetenzgründen" an sechs (!) verschiedene Stellen verwiesen. "Der Kunde will eine Ansprechperson und nicht aus Kompetenzgründen ständig weiter geleitet werden."

Solidarität mit dem ÖBB-Personal

"Niemand wird sich bei den ÖBB gegen sinnvolle Modernisierungsschritte wenden. Jedoch mit der Brechstange hineinzufahren, funktionierende Abläufe zu zerstören und dazu noch die interne Kommunikation zu missachten - ein derartiges Missmanagement gemäß Regierungsvorgaben muss den geballten Widerstand des Personals hervorrufen", so Hagenhofer.
"Im Interesse der Österreichischen Bundesbahnen unterstütze ich daher voll inhaltlich den Streik und rufe alle Bahnkunden auf, sich mit den Anliegen der ÖBB-Bediensteten (keine Vierteilung und keine Eingriffe in das Dienstrecht) zu solidarisieren. Das Ausbleiben von Staus am heutigen Streiktag ist auch ein Indiz dafür, dass dies der Fall ist", so die Abgeordnete abschließend. (Schluss) se/mm

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