Bartenstein: Arbeitslosigkeit und Beschäftigung steigen auch im Oktober an - Arbeitslosigkeit weiter bei 4,5 %

Wien (BMWA/OTS) - Trotz der noch immer anhaltend schwachen internationalen Konjunktur ist die Gesamtzahl der Beschäftigten Ende Oktober 2003 gegenüber dem Vorjahr um 27.532 auf 3.203.393 (0,87%) gestiegen. Die Zahl der männlichen Arbeitskräfte erhöhte sich um 3.129 auf 1.754.319 (0,18 %), die der weiblichen um 24.403 auf 1.449.074 (1,71%). ****

Bei den vorgemerkten arbeitslosen Personen lag die Zahl Ende Oktober mit 223.634 um +10.120 (+4,7%) über dem Wert vom Oktober 2002. Geschlechtsspezifisch differenziert ist der prozentuelle Anstieg der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Männer wieder etwas höher als jener der Frauen. Die Frauenarbeitslosigkeit hat gegenüber dem Vorjahr um +4.531 (+4,5%) auf 105.498 zugenommen, bei den Männern war ein Zuwachs von +5.589 (+5,0%) auf 118.136 zu verzeichnen. Wie in den Vormonaten (Juni bis September) ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich und Kärnten rückläufig.

Österreichs Position im internationalen Vergleich ist nach wie vor eine gute. Für den September 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus. Die Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für Oktober ergibt ebenfalls 4,5%. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,0% (August). Lediglich Luxemburg mit 3,8% und die Niederlande mit 4,2% (jeweils August) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf. Nach der neuen Herbstprognose der EU wird die Arbeitslosenrate in der gesamten EU von 8,1 Prozent heuer auf 8,2 Prozent 2004 zulegen. Mit Ausnahme von Griechenland und Italien müssen alle Länder 2004 mit einer höheren Arbeitslosigkeit als 2002 rechnen, in den Niederlanden dürfte es zu einer Verdoppelung auf 5,8 Prozent kommen. Österreich wird demnach mit 4,6 Prozent auf den zweitbesten Platz vorrücken.

Im Detail sah die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Ende Oktober so aus:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im Oktober 2003 104 Tage betragen. Sie lag somit um 9 Tage unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. um 2 Tage unter dem Oktober-Wert 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende Oktober haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit 4.448 (10,8%) auf 45.482 deutlich zugenommen. Diese Entwicklung ist auf den starken Anstieg der länger als 1 Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen (8.330 auf 20.932) zurückzuführen.

Jugendarbeitslosigkeit Die Jugenarbeitslosigkeit stieg mit 6,3% (+2.313) weiterhin überdurchschnittlich. Die Zahl der 15- bis 18-jährigen arbeitslosen Jugendlichen lag Ende Oktober bei 5.352 (+259 bzw. +5,1%), die der 19- bis 24-Jährigen bei 33.785 (+2.054 bzw. +6,5%).

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,5% (September 2003) nach wie vor die niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden (7,6%), Irland (8,8%) und Dänemark (9,0%; jeweils im August). Die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt beträgt mit 15,6% (August) mehr als das Doppelte des österreichischen Wertes.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Oktober mit 6.327 um 1.322 (+26,4%) über dem Wert des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben im Vorjahresvergleich um 303 (-11,2%) auf 2.414 abgenommen.

Die vorbereitenden Berufsausbildungskurse und Kurse der begleitenden Unterstützung im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, werden vom AMS bereits umgesetzt. Im Auftrag von Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein stehen im heurigen Jahr rd. 5.500 Lehrgangsplätze zur Verfügung. Die Lehrgänge beginnen Anfang bzw. Mitte November 2003 mit einer Laufzeit von 10 Monaten.

Zunahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen entwickelte sich mit einem Anstieg von 2,0% (+900 auf 45.619) vergleichsweise günstig. Wie in den Vormonaten ist die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit -341 (-1,5%) rückläufig, während bei den 55-bis 59-Jährigen (+505; +2,7%) eine leichte Zunahme zu verzeichnen ist. Bei den über 60-Jährigen war ein Zuwachs von 736 (18,7% ) festzustellen. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen Im Dienstleistungsbereich war der stärkste Zuwachs Ende Oktober bei den Sonstigen Dienstleistungen (+1.417; 13,0% auf 12.308) und den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen/Realitätenwesen (+1.812; +11,3% auf 17.818) zu beobachten. Im Handel (+1.346 bzw. +3,6% auf 39.169) und im Tourismus (+1.676 bzw. +4,1% auf 42.797) war die Zunahme etwas unter dem bundesweiten Durchschnitt. Vergleichsweise günstig entwickelt hat sich die Arbeitslosigkeit in der Sachgütererzeugung (+329; +0,9% auf 38.210) und in der Baubranche (+692; +2,8% auf 25.773).

Entwicklung in den Bundesländern Der in den Vormonaten beobachtbare Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich in Kärnten (-0,7%; -108) und Oberösterreich (-2,1%; -478) Ende Oktober fortgesetzt. Auch im Burgenland (+1,3%; +78), Niederösterreich (+0,7%; +240), Salzburg (+0,7%; +82) und in der Steiermark (+0,3%; +95) sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich unter der Gesamtentwicklung geblieben. Weiterhin überdurchschnittlich war der Zuwachs der vorgemerkten Arbeitslosen in Vorarlberg (+8,2% bzw. +651) und Wien (+12,8%; +8.777), während der Anstieg in Tirol (+4,3%; +783) wieder der bundesweiten Entwicklung entsprach.Damit entfallen fast 90% (86,7%) des österreichweiten Zuwachses an Arbeitslosen auf Wien.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Im Oktober 2003 haben mit Ausnahme der Absolventen einer Lehre mit Meisterprüfung (-5,4%; -106 auf 1.857) in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. Im Vorjahresvergleich war der prozentuelle Zuwachs bei Absolventen von Fachhochschulen (+22,2%; +78 auf 430), Akademien (+21,7%; +179 auf 1.002), von Personen ohne abgeschlossene Schulbildung (+16,8%; +1.501 auf 10.439) und solchen mit Universitätsabschluss (+16,0%; +991 auf 7.175) sehr ausgeprägt. Anteilsmäßig entfallen 79% aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Im Oktober überstieg die Zahl der in Schulung befindlichen Personen um +1.585 (+3,7%) das Vorjahresniveau und beträgt nunmehr 43.926. Mit +2.467 (+18,6% auf 15.706) entfällt per Saldo der gesamte Anstieg auf Jugendliche. Besonders ausgeprägt stiegen die Teilnehmerzahlen im Westen Österreichs (Tirol +48,2% bzw. +564; Vorarlberg +40,9% bzw. +414) sowie in Kärnten (+26,7% bzw. +521), Salzburg (+16,9% bzw. +281) und Niederösterreich (+13,5% bzw. +804). In Wien ist das erste Mal seit Mai 2002 wieder ein Rückgang um -3,3% (-478) zu verzeichnen. Die SchulungsteilnehmerInnen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (9.153), Handel (5.796), Metall-/Elektroberufe (5.667) und den Hilfsberufen (4.885). Aus diesen Berufsgruppen kommen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

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