Fachtagung "WasserZukunft Vorarlberg" im Landhaus

LH Sausgruber und LSth. Egger unterzeichneten Wassercharta

Bregenz (VLK) - Hochrangige politische Entscheidungsträger
und namhafte Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung
diskutierten am Freitag, 31. Oktober, im Landhaus die
Zukunft des Wassers. Bundesminister Josef Pröll und
Landeshauptmann Herbert Sausgruber legten in ihren
Impulsreferaten die wasserwirtschaftlichen Ziele des Bundes
und des Landes dar. ****

Wasserwirtschaftsreferent Landesstatthalter Dieter Egger
ging in seiner Begrüßungsansprache insbesondere auf den Hochwasserschutz ein: "Der Schutz vor Hochwasser ist die
Grundlage für die Besiedlung weiter Teile unseres Landes". Hochwasserschutz und Ökologie sind inzwischen auch keine Gegensätze mehr, so Egger: "Zur ökologischen Orientierung
im Schutzwasserbau sind derzeit schon viele Aktivitäten im
Gang, die vom Land auch maßgeblich unterstützt werden".

Zusammenarbeit notwendig

Das Land werde dem Schutz des Wassers auch künftig
höchsten Stellenwert einräumen und den begonnenen Weg
fortsetzen, stellte Landeshauptmann Sausgruber fest: "Die
Sicherung der Vorarlberger Wasservorräte für die Zukunft,
der Schutz vor fremdem Zugriff ist dabei eine
Hauptaufgabe". Die Wasser-Zukunft könne nur gemeinsam mit
allen Akteuren und Betroffenen gestaltet werden: Gemeinden
und Wassergenossenschaften, Wasserverbände,
Wirtschaftsunternehmen, Umweltinitiativen und Vereine.

So machte beispielsweise der Bau von Kanalisation und Kläranlagen in Vorarlberg hohe Investitionen notwendig,
betonte Landeshauptmann Sausgruber, die Notwendigkeit der
Maßnahmen war anfänglich nicht allen bekannt: "Früher
dachte man, wenn das Wasser über sieben Steine fließt, wird
es sauber".

Drei Prozent Nutzungsrad

Österreich ist in der glücklichen Lage, mehr als
genügend Wasser in hervorragender Qualität zu haben -
Minister Pröll: "Von den rund 84 Milliarden Kubikmetern,
die als nutzbares Wasser zur Verfügung stehen, nützen wir
gerade einmal drei Prozent. Trotzdem gelte es, den
dauerhaften Erhalt der heimischen Wasserressourcen zu
gewährleisten und die natürliche Beschaffenheit der
Gewässer bestmöglich zu erhalten. Dies umriss der Minister
in drei Punkten:
- Schutz des Menschen vor dem Wasser,
- Schutz des Wassers vor dem Menschen und
- Nutzung der Ressource Wasser in der Zukunft.

Weitere Referenten

In einer Reihe von Kurzreferaten und Stellungnahmen
wurden die unterschiedlichen Aspekte des Themas erläutert,
um die – insbesondere in Vorarlberg – maßgebliche
ökologische und wirtschaftliche Bedeutung des Wassers
aufzuzeigen. Ein Blick auf die Referentenliste:
- Gemeindeverbands-Präsident Bürgermeister Wilfried
Berchtold veranschaulichte die Leistungen der Kommunen.
- Die Konsequenzen aus der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie standen im Mittelpunkt des Vortrages
von Professor Wolfgang Stalzer (Bundesministerium für Land-
und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft).
- Der Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Vorarlberger Landesregierung, Thomas Blank, erläuterte das Trinkwasservorsorgekonzept des Landes.
- Zu den Aktivitäten und Ziele der Illwerke-
Wassermanagement GmbH nahm Geschäftsführer Peter
Hirschbichler Stellung.

Wassercharta

Minister Pröll, Landeshauptmann Sausgruber und
Landesstatthalter Egger unterzeichneten im Rahmen der
Fachtagung die Wassercharta "Unser Wasser - Unsere Zukunft:
die rot-weiß-rote Wassercharta - Zehn Punkte für den Schutz heimischen Wassers". Am 5. Juli 2003 stellten Bundeskanzler
Wolfgang Schüssel, Landwirtschaftsminister Josef Pröll und Verbund-Vorstandsvorsitzender Hans Haider eine zehn Punkte umfassende Wasser-Charta vor, die den Schutz des heimischen
Wassers sichern soll.

Die zehn Punkte der Wassercharta

  • Österreich - Wasserreich. Unser Wasser ist ein unersetzlicher Schatz. Wir müssen schon heute alles dafür tun, um die Wasserversorgung und Wasserqualität von morgen sicherzustellen. In Bund, Ländern & Gemeinden; Politik & Bürger; Wirtschaft & Verbraucher.
  • Wasser schafft Lebensqualität. Ziel unserer Politik muss es sein, dass es auch in Zukunft überall frisches, reines und genügend Wasser gibt. Wasser muss erschwinglich bleiben.
  • Wasser braucht Schutz. Wir setzen uns weiterhin für die kompromisslose Sauberkeit heimischer Seen, Bäche, Flüsse und unseres Grundwassers ein. -Schutz braucht Nachhaltigkeit. Um Leben zu schützen und Schäden zu senken, müssen vermehrt Hochwasserabfl uss- und Rückhalteräume geschaffen werden. Nur nachhaltiger Schutz schafft effektiven Schutz vor Hochwassern.
  • Wasser braucht Raum. Wir müssen unseren Flüssen und Bächen wieder mehr Raum zum Fließen geben. Die Ökologisierung und Renaturierung gibt auch dem Lebensraum Wasser neue Qualität zurück.
  • Wasser ist Wachstum. Wir müssen das Potenzial unseres Wassers intelligent nützen: als hochwertiges Lebensmittel; für Tourismus und Regionalentwicklung; für nachhaltige Energiegewinnung und Transport.
  • Wasser schafft Chancen. Wir müssen das international anerkannte Know-how von Wassertechnologie "Made in Austria" aktiv nutzen. Die EU-Erweiterung bietet österreichischen High-Tech-Anbietern für Umwelttechnik u. -dienstleistungen neue Marktchancen.
  • Wasser bleibt rot-weiß-rot. Österreich wird auch in Zukunft eigenständig über seine Wasserressourcen entscheiden.
  • Wasser braucht Heimat. Wasser muss Kernkompetenz unserer Gemeinden bleiben: Eine starke Wasserwirtschaft in den Regionen ist die beste Sicherheit für die Zukunft.
  • Wasser braucht Verantwortung. Wir müssen sparsam mit dem Lebensmittel Wasser umgehen: Jeder einzelne kann und muss seinen Beitrag im täglichen Leben dazu leisten.

Weitere Informationen sind im Internet erhältlich:
www.wasser2003.at
(tm/dw/dig,nvl)

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