Konjunkturpaket III:Werbebranche vermisst Abschaffung der Werbeabgabe

Abschaffung der Werbesteuer wäre "großer Wurf" und bleibt weiter prioritäres Ziel - Ruttinger: "Ende der ‚Erbsünde der ersten Republik' per 31.12.2004"

Wien (PWK753) - Angesichts der für sie mageren Ergebnisse des gestern von der Bundesregierung angekündigten "Konjunkturpakets III" sieht sich die Kommunikationsbranche gezwungen, auf den Jänner 2004, auf die für diesen Zeitpunkt angekündigte "größte Steuerreform der zweiten Republik" zu warten - und damit auch auf die Abschaffung der Werbeabgabe aus der ersten Republik .... Die mit großem Medieninteresse verfolgten Erklärungen der Regierungsmitglieder in St. Wolfgang und Wien enthalten zwar Impulse bei Forschung und Entwicklung (F&E), Investitionen und Körperschaftssteuer - aber noch keineswegs den "großen Wurf", den der Fachverband Werbung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) aber im Zuge der angekündigten "großen Steuerreform" erwartet.

Zentrale Forderung aller Medien sowie der Auftraggeber und Dienstleistungsbetriebe der Werbung ist die Abschaffung der Werbeabgabe. In einem ersten Schritt war es Mitte 2000 gelungen, die früher uneinheitliche, mit meist 10 und mehr Prozent von den Gemeinden erhobene "Ankündigungsabgabe" auf bundeseinheitlich 5 Prozent zu reduzieren und damit etwa 100 Millionen Euro jährlich statt in unproduktive Steuer in zusätzlichen Werbedruck zu investieren. "Dennoch bleibt die Beseitigung dieser
‚Erbsünde der 1. Republik' prioritäres Ziel", so Walter Ruttinger, Obmann des Fachverbandes Werbung + Marktkommunikation in der WKÖ. Die endgültige Abschaffung der Werbeabgabe rücke im Zuge der großen Steuerreform, die insgesamt 3 Milliarden bewegen und im Jänner 2004 vorgestellt werden soll, in greifbare Nähe.

Der Fachverband Werbung sieht das "Ende der Werbeabgabe per 31.12. 2004". In einer Expertise wird der Fachverband in den nächsten Wochen erneut an Regierungsmitglieder und Parlamentarier herantreten und belegen, "dass veraltete Austriazismen willige Investoren abschrecken und den Standort Österreich benachteiligen", wie auch der Bundeskanzler im Zusammenhang bestätigte. Genau dies sei der Fall, so der Fachverband, wenn jährlich etwa 90 Millionen Euro statt in die Werbebudgets an den Fiskus gehen, der ja sogar Stellenangebote mit 5 Prozent Kommunikationssteuer belege ...

Zwar bringe die bereits mit 1. Jänner 2004 in Kraft tretende Halbierung des Steuersatzes auf nicht entnommene Gewinne für viele seiner etwa 14.000 aktiven Mitgliedsbetriebe eine Entlastung, "die gestern angekündigten Maßnahmen sind aber nur für wenige Betriebe der Kommunikationswirtschaft relevant", so Ruttinger: Im Zuge der Abschaffung der Bagatellsteuern, so hat es Bundeskanzler Wolfgang Schüssel dem Fachverband versprochen, werde dieser alles in seiner Macht Stehende unternehmen, damit die Abschaffung der Werbeabgabe ehestmöglich von der Regierung umgesetzt wird. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung + Marktkommunikation
Obmann KR Walter Ruttinger
Tel. 0650-9500702

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0007