Kronberger: Schonfrist für Mück dauert unverantwortlich lange

Quoteneinbrüche für Fernsehgestalter kein Kavaliersdelikt

Wien (OTS) - "Wenn Mück talwärts rast und die gesamte ORF-Information mit nach unten zieht, muss sich schnellstens etwas ändern", erklärt heute, Donnerstag, der freiheitliche Mediensprecher und ehemalige ORF-Redakteur Dr. Hans Kronberger. Die ORF-intern gehandelte Schonfrist für die glücklose Informationsabteilung währt für Hans Kronberger unverantwortlich lange.

Kronberger: "Jeder Zuseher kann selbst beobachten, dass die Informationssendungen einfach hölzern und langweilig sind." Das mangelnde Hochwasser in diesem Jahr für das Desinteresse verantwortlich zu machen, sei so ziemlich die schlechteste Ausrede, die einem einfallen könne.

Nach den derzeitigen Seherverlusten in der Information werde der ORF in 50 bis 60 Monaten theoretisch keine Zuseher mehr haben, warnt Kronberger. "Und diese Quoteneinbrüche bedeuten auch ganz gewaltige Werbeeinbrüche." Die ORF-Quotenkrise sei umso bedauerlicher, als in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender vergleichsweise boomen.

Kronberger wertet die gegenwärtige interne Stimmung im ORF als Signal für den Gesamtzustand des Unternehmens. Kritik übt der Mediensprecher auch an der Kritik-Nulltoleranz des ORF: "Der ORF reagiert auf Einwände nicht mit vermehrten Anstrengungen, Qualitätsverbesserungen herbeizuführen, sondern gewöhnlich mit harschen und beleidigten Tönen."

Informationsdirektor Gerhard Draxler empfiehlt der Mediensprecher, "aus dem Zweier-Bob mit Mück auszusteigen oder zumindest die Notbremse zu ziehen."

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