- 30.10.2003, 14:30:01
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Kronberger: Schonfrist für Mück dauert unverantwortlich lange
Quoteneinbrüche für Fernsehgestalter kein Kavaliersdelikt
Wien (OTS) - "Wenn Mück talwärts rast und die gesamte
ORF-Information mit nach unten zieht, muss sich schnellstens etwas
ändern", erklärt heute, Donnerstag, der freiheitliche Mediensprecher
und ehemalige ORF-Redakteur Dr. Hans Kronberger. Die ORF-intern
gehandelte Schonfrist für die glücklose Informationsabteilung währt
für Hans Kronberger unverantwortlich lange.
Kronberger: "Jeder Zuseher kann selbst beobachten, dass die
Informationssendungen einfach hölzern und langweilig sind." Das
mangelnde Hochwasser in diesem Jahr für das Desinteresse
verantwortlich zu machen, sei so ziemlich die schlechteste Ausrede,
die einem einfallen könne.
Nach den derzeitigen Seherverlusten in der Information werde der
ORF in 50 bis 60 Monaten theoretisch keine Zuseher mehr haben, warnt
Kronberger. "Und diese Quoteneinbrüche bedeuten auch ganz gewaltige
Werbeeinbrüche." Die ORF-Quotenkrise sei umso bedauerlicher, als in
Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender vergleichsweise boomen.
Kronberger wertet die gegenwärtige interne Stimmung im ORF als
Signal für den Gesamtzustand des Unternehmens. Kritik übt der
Mediensprecher auch an der Kritik-Nulltoleranz des ORF: "Der ORF
reagiert auf Einwände nicht mit vermehrten Anstrengungen,
Qualitätsverbesserungen herbeizuführen, sondern gewöhnlich mit
harschen und beleidigten Tönen."
Informationsdirektor Gerhard Draxler empfiehlt der Mediensprecher,
"aus dem Zweier-Bob mit Mück auszusteigen oder zumindest die
Notbremse zu ziehen."
OTS0212 2003-10-30/14:30
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