SCHÜSSEL: "IHR MÜSST DAS SALZ DER ERDE SEIN!"

St. Wolfgang, 30. Oktober 2003 (ÖVP-PK) Gegen Ende seiner Rede im Rahmen der ÖVP-Klubklausur in St. Wolfgang kam Bundeskanzler Schüssel auch auf die "innere Situation" zu sprechen. "Das ‚Folgt mir, ich bin Euer Führer’ ist vorbei. Es genügt nicht mehr, überall das Haar in der Suppe zu suchen. Ihr müsst das Salz der Erde sein und wir müssen das auch ausstrahlen", wandte sich Schüssel direkt an die Anwesenden ÖVP-Politikerinnen und Politiker. ****

Die Partei müsse im Einklang mit der Bevölkerung atmen, aber auch Themenführerschaft haben. "Wir haben diese Leadership und wir können das auch leben", sagte Schüssel zur ÖVP als Partei der Mitte mit christlich-sozialen Wertvorstellen. "Wir haben unsere Werte nie verleugnet: an Gott glauben, aber mit beiden Beinen mitten im Leben stehen." Dieses christlich-soziale Wertbewusstsein sei davon geprägt, die Starken zu fordern, um die Schwachen fördern zu können.

MEGATRENDS NICHT ALS MECKERTRENDS SEHEN

Schließlich zitierte Schüssel Günter Nenning: "Es gibt eine Sehnsucht nach Festigkeit, nach Schwere, nach Dichtheit" und verstärkte dies noch: "Es gibt eine Sehnsucht nach Gewicht, nach Bedeutung, nach Halt. Die Menschen wollen Halt in einer Zeit, wo viel wackelt und unsicher geworden ist. Daher müssen wir Halt geben, ernst nehmen, den Dingen Bedeutung geben - es ist wichtig, dass die ÖVP das tut. Für uns selbst ist es aber genauso wie zu lernen, dass jede Entscheidung ihren Preis hat und dass wir diesen Preis besser ‚ausschildern’ müssen. Es kommt viel auf uns zu, aber vieles hat sich auch schon positiv verändert. Wir können den Mut haben, die Dinge zu sehen. Aber wir dürfen Megatrends nicht als "’Meckertrends’ sehen."

Der autoritäre Kapitalismus sei vorbei und durch andere, kleine, eigenständige Modelle zu ersetzen, fuhr Schüssel fort und nannte die Verbindung zwischen Umwelt, sozialer Fairness und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft als richtiges Modell. "Das ist die ökosoziale Marktwirtschaft."

WIR MÜSSEN DIE BOTSCHAFTER DER VERÄNDERUNG SEIN

Der Zuspruch der Wähler am 24. November 2002 sei jedenfalls ein Bekenntnis zur Mitte gewesen, "zur Wahrheit, wie wir sie verstehen, zu einer vernünftigen sozialen Veränderung. Dafür brauchen wir die Kommunikation: Wir müssen erklären, warum etwas nötig ist. Wir müssen das tun und wir können das tun. Es liegt an uns, die Botschafter der Veränderung zu sein", schloss Schüssel.
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