VP-Gerstl: U-Bahn Netz muss verdoppelt werden!

Verkehrsmasterplan ist auf Geldbeschaffungsaktionen ausgerichtet und bietet keinerlei Lösungsansätze

Wien (ÖVP-Klub): "Schickers Masterplan-Verkehr ist unter anderem auch deshalb eine Schimäre, weil auf über 200 Seiten lediglich auf einer Seite Auskunft über die Finanzierung der vorgeschlagenen Maßnahmen eingegangen wird", kritisierte heute ÖVP-Wien Verkehrssprecher LAbg. Wolfgang Gerstl in einer Pressekonferenz und bemängelte darüber hinaus das Fehlen von wichtigen Bezirksanliegen in dem für Wien demnächst verbindlich zu beschließenden Verkehrskonzept.

Trotz des großen Aufwandes eines Bürgerbeteiligungsverfahrens fehlen in der Aufzählung Schickers Maßnahmen, die zu einer Entlastung der Verkehrssituation in den Bezirken führen könnte, so Gerstl. Außerdem kritisierte der ÖVP-Verkehrssprecher die unrealistischen Ausgangs-und Zieldaten, von denen der Masterplan ausgeht. "Viele der groß angekündigten Vorschläge Schickers sind nicht nur unrealistisch, sondern liegen auch außerhalb des Einflussbereichs der Verkehrspolitik der Stadt Wien."

"Was unter anderem Zielsetzung des Masterplans sein sollte, wäre die Verdoppelung des Wiener U-Bahn Netzes in den nächsten zehn Jahren und eine Verdreifachung bis 2020", so Gerstl. Die derzeit projektierte Ausbaustrecke von lächerlichen 22 Kilometern in zehn Jahren sei im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten lächerlich. Werde das Tempo beim U-Bahnbau beibehalten, dann drohe Wien in wenigen Jahren ein Verkehrskollaps.

Wichtig wäre auch, trotz der Erweiterung der U-Bahnlinien, die parallel dazu geführten Straßenbahnen zu erhalten und auch keine Intervallverkürzung vorzunehmen. "Die Straßenbahnen sind das verkehrstechnische Rückgrat für die Erhaltung der Stadtgrätzel und unabdingbar für die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Nahversorgung in den Bezirken."

Supernow-Verfahren zur Nord-Ost Umfahrung war sinnlos

Ein wesentlicher Kritikpunkt Gerstls bezieht sich auf die Passagen im Masterplan, die sich mit der Nordostumfahrung beschäftigen. Das dafür abgehaltene Bürgerbeteiligungsverfahren "Supernow", mit der Empfehlung einer Untertunnelung der Donau erweise sich nach Begutachtung von Experten als praktisch undurchführbar. "Damit zeigt sich, dass sowohl beim von Schicker initiierten Masterplan, als auch bei dem 'Supernow-Verfahren' nichts anderes als in Papier gegossene heiße Luft produziert wurde", betonte Gerstl.

Bezirkanliegen werden von Schicker nicht berücksichtigt

Die Bezirksvorsteherin von Wieden, Susanne Reichard, kritisierte das Fehlen von Lösungsansetzen für die Innenstadt-Bezirke. So werde unter anderem die dringend notwendige Führung der Autobuslinie 13 A als Nachtbus ebenso wenig angesprochen, wie die zeitliche Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung.

Heinz Gerstbach, Hietzinger Bezirksvorsteher, betonte: "Für die Verkehrsplaner endet Wien beim Gürtel. Der Westen Wiens ist Stiefkind und findet im Verkehrs-Masterplan so gut wie keine Berücksichtigung." So sei weder die Verlängerung der U 4 bis Auhof und Haderdorf-Weidlingau angedacht, noch die Errichtung einer Park&Ride-Anlage bei der Westeinfahrt.

"Der Masterplan - Verkehr ist vorwiegend auf Geldbeschaffung ausgerichtet und wird von der ÖVP-Wien abgelehnt. Wir fordern eine vernünftige Verkehrspolitik, die den Verkehr in Wien wieder zum Fließen bringt und den Wiener Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig Lebensqualität garantiert", schloss Gerstl.

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