Armutskonferenz: Arme Kinder von heute sind die chronisch Kranken von morgen! In Gesundheitspolitik und Prävention mehr Augenmerk auf soziale Lebensbedingungen legen!

Wer in Kauf nimmt, dass immer mehr Menschen in die Sozialhilfe abrutschen, gefährdet die Gesundheit der Kinder

Wien (OTS) - "Arme Kinder von heute sind die chronisch Kranken von morgen", weist DIE ARMUTSKONFERENZ, - die Lobby derer, die keine Lobby haben-, auf eine der stärksten Auswirkungen sozialer Benachteiligung bei Kindern hin.

Bei Kindern (11-13jährige) von Erwerbslosen und SozialhilfeempfängerInnen treten überproportional asthmatische Erscheinungen und Kopfschmerzen auf. Die Atemwegserkrankungen führen oft von feuchten Wohnungen her. Teilt man die Gesellschaft in drei soziale Schichten, treten bei Kindern in der unteren Schicht mehr Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Einsamkeit auf (Tabelle 1). Diese Kinder tragen die soziale Benachteiligung als gesundheitliche Benachteiligung ein Leben lang mit. Sie sind auch als Erwachsene deutlich kränker als der Rest der Bevölkerung.

"In der Gesundheitspolitik und Prävention muß mehr Augenmerk auf die Einkommenssituation gelegt werden", fordert DIE ARMUTSKONFERENZ. "Die sozialen Lebensbedingungen werden in Programmen der Gesundheitsvorsorge gerne vergessen. Wer in Kauf nimmt, dass immer mehr Menschen in die Sozialhilfe abrutschen, gefährdet die Gesundheit der Kinder. Eine Politik, die die Bedingungen im unteren sozialen Netz verschlechtert, die Arbeitslosigkeit hinnimmt, schlechte Wohnverhältnisse für Einkommensschwache zuläßt , vorschulische Bildung für Benachteiligte erschwert, steigende Armut in Kauf nimmt, produziert Krankheit. Eine gespaltene Gesellschaft gefährdet die Gesundheit. Sozialer Ausgleich hingegen ist eine gute Medizin", so das Anti-Armutsnetzwerk der österreichischen Sozialorganisationen.

Kinder in Österreich mit Eltern geringen Einkommens haben weniger Freunde, leben in überbelegten Wohnungen und können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen. (Tabelle 2).

Kinder werden vor allem dann als arm bezeichnet, wenn folgende Kriterien zutreffen:
- Wenn die für ein einfaches tägliches Leben erforderlichen Mittel unterschritten werden,
- wenn es an unterstützenden Netzwerken für ihre soziale Integration mangelt,
- wenn sie von den für die Entwicklung von Sozialkompetenz wichtigen Sozialbeziehungen abgeschnitten bleiben,
- wenn Bildungsmöglichkeiten für ihre intellektuelle und kulturelle Entwicklung fehlen,
- wenn sie in ihrem Umfeld gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind,
- wenn Kinder in Familien vernachlässigt werden,
- wenn Kinder in Familien Gewalt ausgesetzt sind

"Armut wird deshalb nicht ausschließlich durch die Ermöglichung höherer Einkommen reduziert", weist DIE ARMUTSKONFERENZ auf ihren ganzheitlichen Ansatz hin, "sondern durch eine bessere Gesundheitsversorgung für Einkommensschwache, durch die Beseitigung feuchter Substandardwohnungen, wenn Zukunft nicht von der Herkunft abhängig ist, wenn Kinder gleiche Bildungschancen haben, wenn Qualifizierung am Arbeitsmarkt für Benachteiligte möglich ist".

DIE ARMUTSKONFERENZ hat die Forschungsergebnisse zu Kinderarmut zusammengefasst: http://www.armut.at/wissen/wissen_kinderarmut.html

Rückfragen & Kontakt:

DIE ARMUTSKONFERENZ. Lobby derer, die keine Lobby haben
Tel.: 01/408 06 95/25 oder
Tel.: 0664/544 55 54
http://www.armut.at

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