Kopietz: Viele ÖsterreicherInnen empört über ihren "angeblichen Reichtum"

Bundesregierung belastet ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen

Wien (SPW) "Nach den Medienberichten, wonach jeder Österreicher im Durchschnitt 37.000 Euro Sparvermögen besitzen würde, spüren wir eine Welle von Empörung und Kopfschütteln bei den Menschen. Denn viele können angesichts ihrer Lebenssituation einfach nicht verstehen, wie solche Rechenkunststücke und Behauptungen zustande kommen. Tatsache ist, dass immer mehr Menschen Geldsorgen und Schulden haben und zum Sparen nichts bleibt", erklärte der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, LAbg. Harry Kopietz am Donnerstag.****

Dies lasse sich durch einen genauen Blick in die Statistiken der Österreichischen Nationalbank auch belegen, so Kopietz. Denn die Zahl der kleinen Spargutgaben (bis 10.000 Euro) gehe drastisch zurück. Im ersten Halbjahr 2003 habe es in Österreich um 212.000 kleine Sparguthaben weniger gegeben als im ersten Halbjahr 2002. "Das heißt, die kleinen Sparer sparen nicht mehr, sie räumen vielmehr ihre Konten leer, um die notwenigen Ausgaben fürs Leben, die Reparaturen oder Anschaffungen finanzieren zu können", gab Kopietz zu bedenken.

Dass die ÖsterreicherInnen keineswegs so reich seien wie behauptet, dafür spreche auch der Rekordschuldenstand der privaten Haushalte. Allein im Vorjahr seien die Schulden der privaten Haushalte in Österreich um 4,3 Milliarden Euro gestiegen. "Und immer mehr Menschen können diese Schulden nicht mehr bezahlen. Die Zahl der überschuldeten Haushalte, die Exekutionen, die Zwangsversteigerungen steigen dramatisch", so der Landesparteisekretär.

Die Hauptschuld sieht Kopietz in einer Politik der Bundesregierung, die die Arbeitslosigkeit dramatisch in die Höhe getrieben und die Einkommen der Menschen enorm belastet habe, und auch nicht mehr für eine gerechte Verteilung des gemeinsam Erwirtschafteten sorge. "Es kann nicht gut gehen, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwar jährlich um 5 Milliarden Euro wächst, aber die ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen einen immer kleineren Anteil von diesem gemeinsamen Kuchen bekommen, ein paar Reiche dagegen immer mehr. Die Regierung hat die Wahl: Entweder sorgt sie endlich für eine gerechte Verteilung zugunsten der kleinen bis mittleren Einkommensgruppen, oder es werden die Verteilungskämpfe unweigerlich härter und der soziale Unfrieden in unserem Land größer. Und das kann wohl niemand wirklich wollen", mahnte Kopietz abschließend. (Schluss)

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