"Trauer ist ein schmerzhafter, aber heilsamer Weg"

Experten raten in Reader's Digest, wie man mit dem Verlust des Partners am besten umgeht

Wien/Stuttgart (OTS) - Der Tod des Partners ist einer der schmerzlichsten Einschnitte, die ein Mensch erleben kann. Wie aber soll man auf den Verlust reagieren? Die einen verdrängen ihre Gefühle, andere schotten sich völlig ab gegenüber der Außenwelt. "Trauer ist ein schmerzhafter, aber heilsamer Weg", sagt Professor Verena Kast, Trauerforscherin an der Universität Zürich gegenüber Reader's Digest Österreich. Das Magazin gibt in seiner November-Ausgabe wichtige Ratschläge zum Thema Trauer.

In Österreich sind derzeit rund 600.000 Menschen verwitwet, in Deutschland sind es rund 6,2 Millionen Menschen. Die vielen unverheirateten Hinterbliebenen erfasst jedoch keine Statistik. Jeder von ihnen geht mit der neuen Lebenssituation anders um, die Probleme sind aber oft dieselben: Viele Trauernde leiden unter Schlafstörungen, haben Konzentrationsschwächen, klagen über Magen-und Kopfschmerzen, drohen irgendwann depressiv zu werden. Aus Sicht von Verena Kast muss es nicht soweit kommen. Ihre Botschaft: Trauer ist nicht das Problem, Trauer ist die Lösung des Problems. Deshalb rät sie den Betroffenen, nicht den Kummer in sich zu verschließen, sondern aktiv mit ihm umzugehen.

Dabei unterscheidet die Professorin vier Phasen der Trauer: Nach dem Zustand des "nicht wahrhaben Wollens", in dem viele Betroffene zum Beispiel weiterhin für zwei Personen einkaufen, komme das "Chaos der Gefühle". In dieser Phase, so Kast, in der der Tod als unabänderliche Tatsache feststeht, erlebe der Hinterbliebene eine Achterbahn der Gefühle. Liebe und Hass, Freude und Verzweiflung, Angst und Ratlosigkeit liegen dann dicht beieinander. Erst in der dritten Phase ("Suchen, Finden, sich Trennen") gelingt es dem Trauernden allmählich, alte Erinnerungen aus den gemeinsamen Tagen aufzufrischen. Wer es also schafft, in alten Fotoalben zu blättern oder die Musik zu hören, die der verstorbene Partner so gemocht hat, ohne dabei am Schmerz oder der Angst vor dem Alleinsein zu zerbrechen, der kommt in die vierte Phase ("Akzeptieren und neue Weltsicht"). Dann gelinge es, den verstorbenen Partner nicht zu vergessen und trotzdem bereit zu sein für neue Interessen und andere Freizeitbeschäftigungen. Kast: "Dann haben wir losgelassen, um uns wieder einzulassen."

Jeder Trauernde benötigt dafür unterschiedlich viel Zeit, aber auch ganz verschiedenartige Hilfe. Sowohl Verena Kast als auch Chris Paul (Bonn) vom TrauerInstitut Deutschland geben in Reader's Digest Empfehlungen, wie man einen Hinterbliebenen auf diesem Weg unterstützen kann. Beide warnen aber: Man sollte gute Ratschläge und Allgemeinplätze nach dem Motto "Das wird schon wieder" unbedingt vermeiden. Auch der Appell "Ruf mich an, wenn Du mich brauchst" geht in die falsche Richtung. Wer seinen Partner verloren hat, fühlt sich nicht nur ohnmächtig, er ist oft auch hilflos. Deshalb gilt: Lieber den Betroffenen selbst öfters mal anrufen als auf seinen Anruf warten.

Ganz wichtig: Den Trauernden reden und weinen lassen oder mit ihm spazieren gehen. So denkt er nicht nur an das, was er verloren hat, sondern auch mal wieder an sich selbst. Dazu passt auch dieser Rat:
Den Angehörigen oder Freund zu einem guten Essen einladen. Denn wer genießen kann, ist wieder bei sich.

Umgekehrt können sich Hinterbliebene auch selbst helfen, indem sie etwa Vertrauten ihr Herz ausschütten. Die Experten raten: Bewegen Sie sich, spüren Sie ihren Körper. Hinterbliebene sollten selbst aktiv Kontakt suchen, zum Beispiel zu Gleichgesinnten, um nicht das sprichwörtliche "fünfte Rad am Wagen" zu sein. Neue Kontakte stellen sich auch bei einem persönlichen Engagement für einen wohltätigen Zweck ein.

Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die November-Ausgabe von Reader's Digest ist an zentralen Kiosken erhältlich.

ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland

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