- 30.10.2003, 10:35:30
- /
- OTS0081 OTW0081
FORMAT: Gruppe um Billa-Boss Veit Schalle will Angebot für Böhler legen
"Haben unser Interesse bei der ÖIAG bekundet"
Wien (OTS) - Bei der Privatisierung von Böhler-Uddeholm bahnt sich
eine neue, sensationelle Variante an. Wie das Magazin FORMAT in
seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will eine Gruppe prominenter
österreichischer Privatinvestoren ÖIAG ein Angebot für deren
25prozentiges Böhler-Paket machen. Den klingendsten Name in dieser
Partie trägt Veit Schalle, der Billa-Boss. Schalle gründete im April
2003 mit dem früheren Mayr-Melnhof-Vorstand Alfred Fogarassy, dem
Wirtschaftstreuhänder Bernhard Vanas, dem Finanzexperten Ulrich
Schröder und dem Ex-Raiffeisen-Manager Karl-Heinz Strauss die AIM
Industrie Management. Ziel: Langfristige Beteiligungen an größeren
heimischen Unternehmen zu erwerben.
Mittwoch abends trafen die Gesellschafter am AIM-Sitz in der
Wiener Johannesgasse zusammen, "um im Detail über den Deal zu reden",
wie Ulrich Schröder FORMAT gegenüber bestätigt. Die Abagabe eines
Böhler-Offerts an die Staatsholding ist so gut wie fix. Schröder:
"Wir haben bei der ÖIAG unser Interesse bekundet und sind überzeugt,
dass Böhler ein gutes Investment wäre."
Neben eigenen Mitteln haben Schalle & Kollegen weitere
finanzstarke Privatinvestoren an der Hand. Im Beirat der AIM sitzen
unter anderem Porsche-Mitbesitzer Hans Michael Piech, Andritz-Chef
Wolfgang Leitner oder Ex-OMV-General Richard Schenz.
Die ÖIAG hat auf das Auftauchen der Gruppe schon reagiert. War
ursprünglich nur vom Börsegang die Rede, finden sich in den FORMAT
vorliegenden Aufsichtsratsunterlagen für den 4. November jetzt zwei
Varianten, die sich die ÖIAG-Vorstände Rainer Wieltsch und Peter
Michaelis genehmigen lassen wollen, um flexibel zu bleiben:
Einerseits der Verkauf über die Börse in einem
Bookbuilding-Verfahren, bei dem gezielt institutionelle Investoren
angesprochen werden.
Zweite Variante ist ein so genannter Block trade außerhalb der
Börse an einen oder mehrere Finanzinvestoren, der auf die AIM
abzielt. In diesem Fall will die ÖIAG einen Paketzuschlag lukrieren
und nennt laut FORMAT ein Kursziel von 55 Euro pro Aktie (aktuell:
47,50 Euro), was einem Gesamtpreis für den ÖIAG-Anteil von knapp über
150 Millionen Euro entspricht.
Welche der Alternativen Wieltsch und Michaelis umsetzen, hängt
davon ab, ob das Schalle-Konsortium einen akzeptablen Aufpreis zahlt.
Jedenfalls geht die Privatisierung noch im November über die Bühne.
Ein Unterausschuss des ÖIAG-Aufsichtsrates mit nur sechs Mitgliedern
soll während des Prozesses schnell entscheiden können. Veit Schalle,
der auch Mitglied im ÖIAG-Aufsichtsrat ist, muss Vorkehrungen
treffen, um nicht in einen kassischen Interessenskonflikt zu geraten.
OTS0081 2003-10-30/10:35
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT






