FORMAT: Gruppe um Billa-Boss Veit Schalle will Angebot für Böhler legen

"Haben unser Interesse bei der ÖIAG bekundet"

Wien (OTS) - Bei der Privatisierung von Böhler-Uddeholm bahnt sich eine neue, sensationelle Variante an. Wie das Magazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will eine Gruppe prominenter österreichischer Privatinvestoren ÖIAG ein Angebot für deren 25prozentiges Böhler-Paket machen. Den klingendsten Name in dieser Partie trägt Veit Schalle, der Billa-Boss. Schalle gründete im April 2003 mit dem früheren Mayr-Melnhof-Vorstand Alfred Fogarassy, dem Wirtschaftstreuhänder Bernhard Vanas, dem Finanzexperten Ulrich Schröder und dem Ex-Raiffeisen-Manager Karl-Heinz Strauss die AIM Industrie Management. Ziel: Langfristige Beteiligungen an größeren heimischen Unternehmen zu erwerben.

Mittwoch abends trafen die Gesellschafter am AIM-Sitz in der Wiener Johannesgasse zusammen, "um im Detail über den Deal zu reden", wie Ulrich Schröder FORMAT gegenüber bestätigt. Die Abagabe eines Böhler-Offerts an die Staatsholding ist so gut wie fix. Schröder:
"Wir haben bei der ÖIAG unser Interesse bekundet und sind überzeugt, dass Böhler ein gutes Investment wäre."

Neben eigenen Mitteln haben Schalle & Kollegen weitere finanzstarke Privatinvestoren an der Hand. Im Beirat der AIM sitzen unter anderem Porsche-Mitbesitzer Hans Michael Piech, Andritz-Chef Wolfgang Leitner oder Ex-OMV-General Richard Schenz.

Die ÖIAG hat auf das Auftauchen der Gruppe schon reagiert. War ursprünglich nur vom Börsegang die Rede, finden sich in den FORMAT vorliegenden Aufsichtsratsunterlagen für den 4. November jetzt zwei Varianten, die sich die ÖIAG-Vorstände Rainer Wieltsch und Peter Michaelis genehmigen lassen wollen, um flexibel zu bleiben:
Einerseits der Verkauf über die Börse in einem Bookbuilding-Verfahren, bei dem gezielt institutionelle Investoren angesprochen werden.

Zweite Variante ist ein so genannter Block trade außerhalb der Börse an einen oder mehrere Finanzinvestoren, der auf die AIM abzielt. In diesem Fall will die ÖIAG einen Paketzuschlag lukrieren und nennt laut FORMAT ein Kursziel von 55 Euro pro Aktie (aktuell:
47,50 Euro), was einem Gesamtpreis für den ÖIAG-Anteil von knapp über 150 Millionen Euro entspricht.

Welche der Alternativen Wieltsch und Michaelis umsetzen, hängt davon ab, ob das Schalle-Konsortium einen akzeptablen Aufpreis zahlt. Jedenfalls geht die Privatisierung noch im November über die Bühne. Ein Unterausschuss des ÖIAG-Aufsichtsrates mit nur sechs Mitgliedern soll während des Prozesses schnell entscheiden können. Veit Schalle, der auch Mitglied im ÖIAG-Aufsichtsrat ist, muss Vorkehrungen treffen, um nicht in einen kassischen Interessenskonflikt zu geraten.

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