AK: Regulierungsbehörde beschneidet Rechte der Konsumenten auf Preisinformation bei 0901er-Nummern

Bei "Event-Infodienstnummern" soll Preisinformation fallen - Mehr Konsumentenschutz nötig

Wien (AK) - Mehr Konsumentenschutz bei allen 0900er-Infodienstnummern fordern die AK-Verbraucherschützer. Vor Gesprächsbeginn zu einer 0900er-Nummer erfährt der Kunde über ein Tonband den Preis. Diese Preisinfo soll nun bei den neuen 0901er-"Event-Infodienstnummern" entfallen, wenn pro Anruf oder SMS, wie zB Starmania Votings, weniger als 70 Cent verlangt werden, kritisiert die AK. Das hat die Regulierungsbehörde RTR mit der neuen Telekom-Entgelt-Verordnung jetzt erlassen. Die AK-Konsumentenschützer meinen aber, dass auch die Fernabsatzbestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes gelten, wonach Preisinfos sehr wohl klar und verständlich dem Kunden mitgeteilt werden müssen.

Die neuen "Event-Infodienstnummern" (0)901 sind konsumentenfeindliche Spielereien, kritsieren die AK-Konsumentenschützer. Konsumenten zahlen bei den "Event-Infodienstnummern" keinen zeitabhängigen Preis mehr, sondern ein zeitunabhängiges fixes Einmalentgelt pro SMS oder Anruf. Die Preisinformation kann vom Verbraucher selbst aus den Ziffern der Rufnummer ermittelt werden. Ein Beispiel: Für einen Dienst mit der Nummer (0)901 05 xxxx werden dem Kunden 50 Cent verrechnet. Lediglich bei Diensten über 70 Cent muss weiterhin der Preis angegeben werden. Dass sich hinter den Ziffern 901 an fünfter Stelle die Tarifinfo verbirgt, wird von den Verbrauchern kaum wahrgenommen werden oder nur Verwirrung stiften, kritisieren die AK-Konsumentenschützer.

Derzeit müssen Mehrwertdienste nicht einmal in der Werbung ihre Preise nennen. Nur durch die Preisinfopflicht am Beginn der Verbindung hat der Verbraucher Schutz. Kostenlose Bestätigungs-SMS, die den Kunden über den Preis informieren, mögen SMS-Diensten vielleicht zusätzliche Kosten verursachen. Völlig unverständlich ist aber, dass über SMS-Dienste hinaus auch Mehrwertdienste, die Gespräche anbieten, von ihren Preisauszeichnungspflichten teilweise befreit werden. Die AK-Konsumentenschützer betonen, dass nach den Fernabsatzbestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes, Preisinfos klar und verständlich - je nachdem welcher Dienst gewählt wurde - dem Konsumenten mitgeteilt werden müssen.

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