• 30.10.2003, 10:25:21
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WKÖ begrüßt Schulreform: erster großer Schritt in die richtige Richtung

Landertshammer: Einführung von Leistungsstandards und erhöhte Schulautonomie sind wichtige Kernpunkte für erfolgreiche Zukunft

Wien (PWK752) - Das erste Arbeitsergebnis der Zukunftskommission
zur Pflicht- und Mittelschulreform wird von der Wirtschaftskammer
Österreich ausdrücklich als "großer Schritt in die richtige Richtung"
begrüßt. "Nach der Universitäts-Reform geht Bundesministerin
Elisabeth Gehrer nun die dringend notwendige Schulreform mit
Volldampf und dem Blick für das Wesentliche an", zeigt sich der
Leiter der Abteilung für Bildungspolitik der WKÖ, Michael
Landertshammer, über die von der Zukunftskommission präsentierten
Ergebnisse von im Grunde zehn Jahren Aufbau- und Veränderungsarbeit
sehr erfreut. "Die wesentlichen Voraussetzungen für eine
zukunftsorientierte Entwicklung der Schulen wurden erkannt und
definiert."

Insbesondere strich Landertshammer die verpflichtenden
Leistungsstandards an den Übertritten von der Pflichtschule in die
Mittel- bzw. Hauptschule und in weiterer Folge von den mittleren
Schulen in die Höheren Schulen bzw. in das Arbeitsleben heraus. "Die
Schüler müssen und wollen optimal auf die Anforderungen des
Arbeitslebens vorbereitet werden und die Wirtschaft muss sich auf die
Bildung der künftigen Arbeitnehmer verlassen können", betont der
Bildungsexperte.

Klar sprach sich die Zukunftskommission auf für erhöhte Autonomie der
einzelnen Schulen aus. "Nur jene Schulen werden auf Dauer erfolgreich
sein, die sich ihre Lehrer selbst aussuchen und sich von diesen bei
Nicht-Entsprechen auch wieder trennen können", erklärt Landertshammer
und sieht leistungsbezogene Gehaltsschemen für Lehrerinnen und Lehrer
als ebenso notwendig, wie eine verpflichtende Lehrerfortbildung in
der unterrichtsfreien Zeit. Autonomie mache allerdings nur dann Sinn,
wenn sie auch einer entsprechenden Überprüfung - sprich einem
Qualitätssicherungssystem - unterliege.

"Zu hoffen ist, dass den theoretischen Auseinandersetzungen nun auch
wirklich praktische Umsetzungen folgen, zumal wir gegenüber anderen
Ländern in Europa bereits teilweise ins Hintertreffen geraten sind",
macht Landertshammer aufmerksam. Die WKÖ werde sich jedenfalls - wie
auch in der Vorbereitungsarbeit - massiv einbringen und die Arbeit
der Zukunftskommission unterstützen. Man dürfe sich aber nicht der
Illusion sofortiger Veränderungen hingeben, vielmehr bedarf es eines
langen Atems und entsprechender strategischer Vorbereitungen. Es
könnte aber durchaus gelingen einen breiten Konsens zu schaffen, der
das österreichische Schulwesen auf die Herausforderungen der Zukunft
vorbereitet und umstellt. Als positives Beispiel führt Landertshammer
Finnland an, wo bereits vor 20 Jahren eine radikalere Form des
Schulwesen durchgezogen und die positiven Auswirkungen jetzt
erkennbar sind.

Am 10. November findet um 15:00 Uhr in der Wirtschaftskammer
Österreich die Veranstaltung "REFORM@SCHULE" statt, bei der
Mitglieder der Reformkommission, Unternehmer und Lehrer miteinander
darüber diskutieren, wie letztlich die Vorstellungen der Wirtschaft
in die Schulreform einfließen können. Interessant wird es auch sein
zu hören, was die Lehrer ihrerseits von der Wirtschaft erwarten, um
den Wirtschafts- und Bildungsstandort Österreich für die Zukunft fit
zu machen. (Ne)

OTS0076    2003-10-30/10:25

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