Sparpolitik auf dem Rücken der Einkommensschwächsten: Gehrer streicht Förderung fürs das Nachholen des Hauptschulabschlusses

Linz (OTS) - Wer einen fehlenden Hauptschlussabschluss in der Erwachsenenbildung nachholen will, muss ab sofort 1200 Euro dafür bezahlen. Bildungsministerin Gehrer hat die Förderung dafür eingestellt. "Das ist ein bildungspolitischer Skandal auf dem Rücken der einkommensschwächsten Arbeitnehmer", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert die Ministerin auf, die Förderung sofort wieder einzuführen.
Bisher konnten Arbeitnehmer einen fehlenden Hautschulabschluss auch nach einigen Jahren im Berufsleben kostenlos in der Erwachsenenbildung nachholen. Mit Herbst 2003 ist das vorbei. Die zuständige Bildungsministerin hat die Förderung dafür ersatzlos gestrichen.
Menschen, die nach einigen Jahren im Berufsleben den Hauptschulabschluss nachholen wollen, zählen durchwegs zu den Einkommenschwächsten. Nun würden ihnen dabei aber Kosten von 1200 Euro entstehen, ein Preis, den sich die überwiegende Mehrheit nicht leisten kann. Für insgesamt lächerliche geringe Einsparungen im Budget wird Menschen, die motiviert sind und das Geld dringend benötigen würden, der Zugang zu einem grundlegenden Bildungsabschluss verwehrt.
"Die im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ versprochenen Erleichterungen beim Nachholen von Bildungsabschlüssen erweisen sich einmal mehr als leere Worthülsen", kritisiert Kalliauer und fordert die Unterrichtsministerin auf, diese völlige unsinnige und kontraproduktive Maßnahme zurückzunehmen.
"Bis es wieder eine Bundesförderung gibt, muss das Land Oberösterreich die Kosten für das Nachholen des Hauptschulabschlusses im Rahmen des oberösterreichischen Bildungskontos übernehmen", schlägt der AK-Präsident eine rasche und unbürokratische Zwischenlösung im Interesse der Betroffenen vor.

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