"Neues Volksblatt" Kommentar: "Keppeln" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 29. Oktober 2003

Linz (OTS) - =

Macht die Regierung einen Reformdialog, ist es eine "obrigkeitsstaatliche Verkündigungsveranstaltung". Gibt es keinen, hängt man ihr "Gesprächsverweigerung" um. Nachkeppeln und Polemisieren scheint derzeit die einzige "Strategie" in den SPÖ-Reihen, insbesondere rund um Klubchef Josef Cap, zu sein. Die Sozialdemokratie erweist sich als nicht und nicht in der Lage, ihr strategisches Dilemma nach dem mittlerweile nun doch einige Zeit zurückliegenden Verlust des Kanzleramts zu bewältigen.
Wobei ein solcher Reformdialog, wie jener zur Gesundheit, natürlich auch etwas mit Show, mit politischem Verkauf, zu tun hat. Aber selbst daran, könnten Zyniker nun einwenden, fehlt es der SPÖ - vom inhaltlichen Angebot, das verkauft werden könnte bis hin zum Spitzenmann, der die nötige Show liefert. Alfred Gusenbauer hat es, bei aller Intelligenz, die ihm zuzu-
schreiben ist, bis dato nicht geschafft, sich als Partei- und Oppositionschef zu profilieren. Dazu kommen unverständliche strategische Fehler, wie jüngst neue Festlegungen auf Rot-Grün, die im Nachhinein krampfhaft korrigiert werden. Auf dieser Ebene bleibt der SPÖ weiter nur eines: Keppeln.

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