"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Eine für alle" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 29.10.2003

Wien (OTS) - Eine Bankomat-Karte hat schon fast jede(r) Österreicher(in) in der Tasche, dazu häufig eine Kredit- und die eine oder andere Kundenkarte. Bald werden auch Führerschein und Personalausweis dieses praktische Format haben, und in absehbarer Zeit kommen eine Chipkarte als Ersatz für den Krankenschein und die Bürgerkarte dazu, mit der sich der Bürger elektronisch bei Behörden identifizieren kann.
Diese Karten, jede aus Sicherheitsgründen aufwändig mit einem elektronischen Chip versehen, kosten viel Geld. Deutlich billiger käme es, zumindest Bankomat-, Chip- und Bürgerkarte zusammen zu legen. Technisch wäre das kein Problem, der Schutz sensibler Daten vor missbräuchlichem Zugriff ebenso wenig.
Im kommenden Jahr werden alle sechs Millionen Bankomatkarten routinemäßig ausgetauscht. Wer will, könnte dann Anfang 2005 schon mit der kostengünstigen Kombikarte Geld beheben, einen Arzt aufsuchen oder Amtswege erledigen können - vorausgesetzt, Bund und Krankenversicherungen zeigen wirklich Bürgernähe und bewahren uns vor einer sinnlosen und teuren Kartenflut.
Skeptiker könnten trotzdem auf getrennten Karten bestehen oder auf die Bankomat-Funktion verzichten. Verantwortungslos wäre nur, Ausschreibung sowie Entscheidung solange hinauszuzögern, bis der Bankomat-Zug abgefahren ist und gar keine andere Lösung bleibt als die Zwangsbeglückung mit Einzelkarten.

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