Kollektivvertragsverhandlungen in der Elektro- und Elektronikindustrie erfolgreich abgeschlossen

Grundsätzliche Einigung über ein modernes und einheitliches Entgeltsystem erzielt

Wien (OTS) - Nach mehrwöchigen Verhandlungen haben die Arbeitgeber und die Gewerkschaften für die Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie am 28. Oktober 2003 einen neuen Kollektivvertrag abgeschlossen. Dieser Abschluss bringt auch eine Verschiebung des zukünftigen Verhandlungstermins mit sich. Die nächste Verhandlungsrunde findet im Mai 2005 statt.

Im Hinblick auf die Einführung des neuen Entgeltsystems und die Terminverschiebung haben die KV-Partner Folgendes vereinbart: Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen ab 1. November 2003 um 2,5 Prozent. Der Kollektivvertrag tritt mit 1. November 2003 in Kraft und gilt für 18 Monate. Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne/-gehälter werden mit der Einführung des neuen Entgeltsystems am 1. Mai 2004 erhöht. Die KV-Partner haben eine Verteiloption von 0,6 Prozent der Lohn-/ Gehaltssumme vereinbart, wobei die Erhöhung mindestens 2,3 Prozent betragen muss. Darüber hinaus haben die KV-Partner im Rahmenrecht bei den Themen Kinderbetreuungsgeld, Altersteilzeit, integrative Berufsausbildung und Aus- und Weiterbildung eine Einigung erreicht.

Weiters erzielten die KV-Partner eine grundsätzliche Einigung über ein gemeinsames Entgeltsystem für ArbeiterInnen und Angestellte, das mit 1. Mai 2004 in Kraft treten soll. Es wird elf neu gestaltete Beschäftigtengruppen geben, die an die Stelle der bisherigen Lohn-und Verwendungsgruppen der alten Kollektivverträge treten. Das neue Entgeltsystem sieht vor, dass beide Arbeitnehmergruppen, Angestellte und Arbeiter, vier zeitgetriebene Gehaltsvorrückungen - nach 2, 4, 7, und 10 Jahren bekommen. Darüber hinaus ist eine flexible und leistungsorientierte Gehaltsverteilung in Form eines jährlichen, kollektivvertraglich festgelegten Verteilungsvolumens vorgesehen. Wesentlicher Bestandteil ist auch eine detaillierte Übergangsregelung für beide Beschäftigtengruppen.

FEEI-Obmann und Verhandlungsleiter auf Arbeitgeberseite Dipl.-Ing. Albert Hochleitner zur erzielten Einigung: "Im Hinblick auf die Gesamtbranche ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie benötigt moderne arbeitsrechtliche und kollektivvertragliche Rahmenbedingungen, um langfristig ihre Konkurrenzfähigkeit zu sichern." Der Sonderstellung von Unternehmen mit hohem Arbeiteranteil werde eigens Rechnung getragen.

Metaller-Verhandler Rudolf Nürnberger äußerte sich zu dem heutigen Ergebnis: "Drei Jahre intensiver Verhandlungen sind heute erfolgreich zu Ende gegangen. ArbeiterInnen und Angestellte haben jetzt erstmals ein einheitliches System, das trägt dem rasanten technologischen Wandel in der Wirtschaft Rechnung."

GPA-Verhandler Karl Proyer: "Das neue System ist in jeder Hinsicht ausgewogen und richtungsweisend. Es schafft eine gute Basis in der Elektro- und Elektronikindustrie, gemeinsam an der Weiterentwicklung der Kollektivverträge zu arbeiten."

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