Industrie: Für den Aufschwung die besten Köpfe ausbilden, halten und ins Land holen!

Studie "Innovation und Hochschulbildung" zeigt: Für Forschungsziele der Bundesregierung fehlen mittelfristig jährlich 800 NaturwissenschafterInnen

Wien (PDI) - Die heute vorgestellte Studie "Innovation und Hochschulbildung" setzt sich mit der Problematik des fehlenden Personals für Forschung und Entwicklung auseinander. Sie wurde von der Industriellenvereinigung initiiert, die für dieses Thema folgende Institutionen als Partner gewinnen konnte: BMBWK, BMWA, AK, ÖGB und WKÖ.
Der Auftrag wurde an die beiden Institute ibw und öibf vergeben, nun liegen die Ergebnisse vor und zeigen dringenden Handlungsbedarf auf:
Um die F&E-Quote von derzeit 1,95 % des BIP auf 2,5 % bis 2006 bzw. 3,0 % bis 2010 heben zu können, fehlen mittelfristig jährlich rund 800 AbsolventInnen naturwissenschaftlich-technischer Studienrichtungen.
Auch wenn dieser Mangel derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum spürbar ist, droht eine dramatische Lücke vor allem in klassischen Ingenieurwissenschaften.
IV-Generalsekretär Dkfm. Lorenz Fritz erklärte dazu: "Diese Lücke trifft insbesondere die Unternehmen, und in der Folge die ganze Gesellschaft. Innovation ist der Wachstumstreiber schlechthin, Wohlstand braucht Wachstum, Wachstum braucht Innovation - und Innovation braucht die besten Köpfe."

Doppelstrategie gegen ForscherInnenmangel nötig: Ausbildung und Bewusstseinsbildung plus Zuzug mit Angeboten

Die IV sieht zwei Anknüpfungspunkte zu einer Lösung: Mittel- und langfristig im Bereich von Bildung und Weiterbildung und kurzfristig bei Mobilität und Zuzug.
"Wir müssen dafür sorgen, dass sich in Zukunft mehr junge Menschen für naturwissen-schaftliche bzw. technische Studien interessieren. Dass sich jetzt beispielsweise um bis zu
50 % weniger MaturantInnen für Maschinenbau oder Elektrotechnik entscheiden, als vor
10 Jahren ist absolut ernst zu nehmen. Eine breit angelegte Bildungsoffensive in naturwissenschaftlichen und technischen Studien ist notwendig - das Thema muss stärker beworben und an Schulen gestärkt werden", betonte Fritz.
Dazu gehört nach Ansicht der Industrie auch die Förderung von Kreativität als Basis für Innovation. An Fachhochschulen soll in Abstimmung mit den Universitäten mehr Forschung & Entwicklung stattfinden. Darüber hinaus sind weitere, gezielte Maßnahmen im Bereich der Frauenförderung nötig, denn "wir können die Hälfte unserer ,besten Köpfe’ nicht links liegen lassen."

IV-Vorschlag: Mobilitätspaket für ausländische Spitzenkräfte mit Signalwirkung

Das Maßnahmenpaket im Bildungsbereich hat einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren. Im Zuge des erwarteten Wirtschaftsaufschwungs in den nächsten Jahren wird die Industrie voraussichtlich schon kurzfristig hoch qualifizierte und motivierte MitarbeiterInnen benötigen. "Darauf müssen wir uns in Form eines Mobilitätspakets für ForscherInnen und TechnikerInnen vorbereiten: Im Interesse des Wirtschaftsstandorts sind deshalb quotenfreier Arbeitsmarktzugang für WissenschafterInnen und Sonderregelungen für deren EhepartnerInnen bezüglich einer Arbeitserlaubnis als offenes und einladendes Signal an diese einzuführen", regte Fritz an. Ein Befreiungsschein für alle erfolgreichen ausländischen AbsolventInnen eines Studiums an einer österreichischen Hochschule könnte zu Brain-Gain als Ausgleich zum Brain-Drain führen. Daneben wäre auch eine befristete steuerliche Begünstigung des Zuzugs denkbar, wie sie in Dänemark, Finnland, Schweden und den Niederlanden bereits üblich ist.

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